Top im Job, ein guter (Ehe-)Partner, verständnisvoll im Umgang mit den Kindern - so wollen moderne Eltern heute sein. Doch dieser hohe Anspruch bleibt für viele Familien leider Wunschdenken.

Warum? Weil es die Gesellschaft offensichtlich akzeptiert hat, dass die Arbeitswelt den Takt unseres Lebens vorgibt. Besser, höher, weiter - das ist das deutsche Motto. Arbeitnehmer sollen auch nach Dienstende erreichbar sein und wegen ihrer Kinder bitte nicht zu häufig ausfallen. Weil sie auf das Geld angewiesen sind, spielen die Eltern mit. In Skandinavien, wo die glücklichsten Menschen der Welt leben, steht die Familie über der Arbeit. So ist es richtig.

Der Fehler liegt im System. Es braucht eine politische Lösung. Die SPD will eine Familienarbeitszeit einführen: Beide Eltern arbeiten 32 Stunden pro Woche, der Staat ersetzt einen Großteil des ausfallenden Lohns. Davon würden alle profitieren: Zufriedene Eltern hätten mehr Zeit für ihre Kinder - und Arbeitgeber motivierte Arbeitnehmer.