Nicht einmal jedes zweite FDP-Mitglied in Sachsen-Anhalt traut Veit Wolpert zu, die Liberalen als Parteivorsitzender bei der Wahl in einem Jahr wieder in den Landtag zu führen. Der Mitgliederentscheid spricht nicht nur gegen den Ex-Partei- und Fraktionsvorsitzenden, mit dem die FDP bereits 2011 die Fünf-Prozent-Hürde verfehlte. Er zeigt auch, wie sehr der Partei im Land ein führungsstarker Kopf fehlt, der die charismatische Conny Pieper ersetzt. Ohne echte Spitzenkandidaten kommen die Liberalen, die in Gemeinde- und Stadträten gute Arbeit leisten, sicher nicht aus dem Umfrage-Jammertal heraus.

In Hamburg kämpft die junge Liberale Katja Suding am nächsten Wochenende um den Wiedereinzug in die Bürgerschaft. Dank einer großen Medienkampagne inklusive "Drei Engel für (Bundeschef) Lindner"-Fotoshooting in der Zeitschrift Gala könnte sie es letzten Umfragen zufolge schaffen. Der hiesigen FDP reichen drei Engel nicht. Sie braucht ein Wunder.