Eines haben Barack Obama und Angela Merkel gemeinsam: Beide wollen keine Waffenlieferungen in die Ukraine. Doch es ist wie so oft. Die Lücke zwischen dem, was man will und dem, was man muss, ist gerade in der Politik besonders groß.

Und so trafen sich zwei in Washington, die so genau nicht wissen, was sie vom jeweils anderen zu erwarten haben. Merkels stetes Dringen auf Gespräche mit Russland und der Ukraine wird in den USA oft als weich und zögerlich kritisiert. Obama wiederum hat lange versucht, die Ukraine-Krise dort zu lassen, wo sie ist: in Europa. Doch durch den amerikanischen Vorwahlkampf gerät der Präsident zunehmend unter Druck. Immer mehr Republikaner und auch Demokraten wollen in der Ukraine eingreifen. Am Ende wirkten beide, Merkel und Obama, bei diesem Treffen eher wie Getriebene, die selbst nicht so genau wissen, welcher Weg der Richtige sein wird. Nur eines ist klar: Ein Ende ist noch lange nicht in Sicht.