Kaum hatte die griechische Regierung den geforderten Hilfsantrag in Brüssel auf den Tisch gepackt, fegte ihn das deutsche Finanzministerium vom Tisch. Ohne Not bedienen Wolfgang Schäuble und seine Leute vorschnell das gängige Ressentiment gegenüber Deutschland, sich ständig als Zuchtmeister Griechenlands und des gesamten EU-Raumes aufzuspielen. Hatten die deutschen Beamten denn nach allen Erfahrungen der vergangenen Wochen gedacht, dass da plötzlich ein perfektes Finanzierungskonzept herangeflattert kommt?

Die zu Recht beklagte fehlende Konstruktivität der Griechen nur mit barscher Abwehr zu kontern, bringt gar nichts.Jetzt geht es nur noch um zwei Varianten: Entweder eine sechsmonatige Übergangsfinanzierung mit gelockerten Daumenschrauben oder der Einstieg in den Euro-Ausstieg Griechenlands. Die EU-Finanzminister wollen heute um eine Entscheidung ringen. Wenn das nach dem vernichtenden Urteil aus Berlin überhaupt noch nötig ist.