Der ukrainische Präsident Petro Poroschenko mag dieses wünschen und jenes fordern, wie etwa den Boykott der Fußball-WM in Russland. Besser wäre es, sich an die Realitäten zu halten: Das Maß der Dinge ist und bleibt das Minsker Abkommen. Vor allem auf dessen Durchsetzung konzentriert sich auch die deutsche Politik. Den noch immer brüchigen Waffenstillstand durch humanitäre Hilfe zu ergänzen, fordert Kanzlerin Angela Merkel.

Der Frieden in der Ostukraine bildet die Basis, um endlich mit der versprochenen Reform des ukrainischen Staatswesens loszulegen. Einen finanziellen Untersatz dafür hat der Internationale Währungsfonds mit seinem 17,5-Milliarden-Dollar-Kredit gerade geliefert. Gern wird man daher in Berlin die erneute Versicherung Poroschenkos gehört haben, gegen die Korruption vorzugehen und das Justizwesen zu erneuern. Nur zu: Mit Willensbekundungen dieser Art könnte man inzwischen in Kiew den Maidan pflastern.