In Tunesien hofft der Westen noch auf eine dauerhafte Demokratie. Anlass dazu gab es schon bisher kaum. Falls der IS den Staat ins Visier nehmen sollte, begünstigt dies sicherlich den Zerfall der fragilen demokratisch-rechtsstaatlichen Strukturen im Land.

Für eine stabile Demokratie, die auch im Sturm Bürgerrechte respektiert, gibt es zu wenig Demokraten in Tunesien - wie überall im arabischen Raum.

Die Repräsentanten des alten Ben-Ali-Regimes in der regierenden Allianz Nidaa Tounes einschließlich Ministerpräsident Habib Essid bekennen sich erst zur Demokratie, seit sie ihnen die Macht erhält. Die gemäßigten Islamisten, die noch vor kurzem die Mehrheit hatten, sind keine Demokraten. Tausende Extremisten in Tunesien sind glühende Demokratiefeinde. Die Zivilgesellschaft ist unterentwickelt.

Tunesien würde unter Terror nicht fallen wie Syrien oder Libyen. Es kann aber jederzeit zurückfallen in die dunklen Zeiten des Ben Ali und seines schmutzigen Krieges gegen den Islamismus.