Während Lufthansa-Chef Carsten Spohr schon weiß, dass sein Unternehmen einen Unglückspiloten eingestellt hat, der depressive Phasen hatte, preist er die Auslese seiner Piloten. Er weiß, dass der Vorerkrankte nicht regelmäßig psychologisch begutachtet wurde, sieht aber keinerlei Versäumnis. Er klagt "dass gerade uns das passiert ist."

Der Pilot sei doch 100 Prozent flugtauglich gewesen. Als sei der Befund seines Unternehmens über jeden Zweifel erhaben. Als hätte die Realität nicht längst einen grausamen anderen Befund geliefert. Wie weltfremd muss man sein, um sich angesichts der Krankengeschichte des Piloten weiter am Mythos von der fehlerlosen Lufthansa und ihren "besten Piloten der Welt" festzuklammern?

Tagelang hat die Lufthansa gezögert, sich deutschen und europäischen Fluggesellschaften anzuschließen, die umgehend die amerikanische Zwei-Personen-Regel eingeführt haben. Was für eine Arroganz! Carsten Spohr macht keine gute Figur.