Im Harzort Güntersberge gibt es Widerstand gegen eine mögliche Unterkunft für Asylbewerber. Die offensichtliche Ausländerfeindlichkeit breiter Bevölkerungsschichten macht betroffen. Sicher, vielen Einwohnern mag es bei ihrem Engagement auch um die Rettung des Kinder- und Erholungszentrums als solches gehen. Doch wäre die Beteiligung wirklich genauso hoch, wenn nicht die Frage im Raum stünde, ob an dieser Stelle bald Asylbewerber einziehen? Wahrscheinlich nicht.

Im Fall Tröglitz hat sich die Landesregierung mit ihrem Krisenmanagement nicht mit Ruhm bekleckert. Im Fall Güntersberge setzt sie den Chaos-Kurs fort. Als öffentlich bekannt wurde, dass Güntersberge als Standort für eine Asylbewerberunterkunft im Gespräch ist, hätten Ministerpräsident Haseloff (CDU) und Innenminister Stahlknecht (CDU) sofort reagieren und das Gespräch mit den Bürgern suchen müssen. So entwickelt sich wieder eine schwer kontrollierbare Eigendynamik - ein selbstverschuldetes Problem.