Glück ist mehr als Geld. Und gute Politik sollte mehr sein als wirtschaftliche Gesamtrechnung. Das ist eine Erkenntnis, die sich inzwischen auch in Teilen der Bundesregierung durchgesetzt hat. Insofern ist der neue Bürgerdialog "Gut leben in Deutschland - Was uns wichtig ist" ein lobenswerter Ansatz. Doch die Skepsis bleibt.

Es sollte eigentlich im Interesse der Politiker liegen, zu wissen, was die Menschen wollen - ohne großangelegte Studien. Und zur Wahrheit gehört auch, dass dieser Bürgerdialog Teil einer Strategie der Regierung ist. So sollen Verhaltensökonomen ermitteln, wie man die Menschen ohne Gesetze zu "besseren Bürgern" erziehen kann. Sich offen zeigen und auf die Bürger zugehen ist ein erster Schritt. Doch dabei darf es eben nicht bleiben. Die Diskussionsrunden dürfen nicht zu Wahlkampf-Veranstaltungen verkommen und der Bericht nicht zu PR. Nur praktische Ergebnisse und wahres Interesse helfen - den Bürgern und den Politikern.