Sachsen-Anhalts Linke bestimmt am Sonnabend ihren Spitzenkandidaten für die Landtagswahl 2016. Es ist sicher, dass Wulf Gallert erneut gewählt wird. Im dritten Anlauf will der 51-Jährige endlich Ministerpräsident werden. Rückenwind soll beim Parteitag einer geben, der das bereits geschafft hat: Parteifreund Bodo Ramelow.

Allerdings: Die Ausgangslage für die Linke in Sachsen-Anhalt ist eine andere als in Thüringen. Im Nachbarland waren CDU und SPD heillos zerstritten. Die daraus resultierenden menschlichen Verletzungen haben der Linken, die schon lange vor der Landtagswahl mit der SPD anbändelte, in die Karten gespielt. Hierzulande dagegen haben die Hauptakteure von Union und SPD trotz gelegentlicher Scharmützel einen guten Draht zueinander. Und politisch können die Koalitionäre einiges vorweisen - etwa eine komplette Legislaturperiode ohne neue Schulden. Auch deshalb hatte Ramelow deutlich bessere Voraussetzungen als Gallert, Regierungschef zu werden.