Das klang alles sehr gut: Thomas Gottschalk wolle doch nur gute Laune verbreiten, nun aber läge ein Schatten über "Wetten, dass ..?", und er wolle den Zuschauern nicht mit einem schweren Unfall in Erinnerung bleiben. Ehrenhaft, anerkennenswert, eine Haltung, die es zu akzeptieren gilt. Auch wenn man anderer Meinung ist und dem Moderator nicht die Schuld am Geschehenen gibt.

Was dann passierte, hatte allerdings den Geruch einer konzertierten Aktion. Sämtliche Gäste forderten ihn zum Rücktritt vom Rücktritt auf. Liefers und Loos mag man das Bedauern noch glauben, da Naomi Campbell aber nicht gerade als Kennerin der deutschen Fernsehlandschaft gilt, klang ihr Protest doch eher ein wenig eingeflüstert. Doch damit nicht genug – ein Gottschalk-Sonderbeitrag in der anschließenden Nachrichtensendung und ein Gottschalk-Statement von ZDF-Intendant Schächter verschärften den Eindruck, dass hier Planmäßiges über den Bildschirm lief. Gekrönt wurde es von der Aufforderung an die Zuschauer, im Internet zu diskutieren, den Tommy vielleicht umzustimmen.

Wer ganz bösen Geistes ist, könnte noch etwas anderes vermuten: Wenn die deutschen Fernsehfreunde den Moderator tausendfach zum Bleiben überreden, hätte sich das ZDF jeden Vorwurf über das "Quotenschielen" bei seiner Vorzeige-Show vom Hals geschafft. Eine Katharsis, weil wir es ja schließlich so wollten. Aber wer sollte so etwas schon denken, wo es doch nur um gute Laune geht …