Bundesverteidigungsminister Karl Theodor zu Guttenberg rührt in Indien kräftig die Werbebetrommel für den Eurofighter. Will doch die aufstrebende Wirtschaftsmacht zehn Milliarden Dollar ausgeben und 126 neue Kampfflieger kaufen. Doch die Konkurrenz ist hart.

Würde sich Indien für den Eurofighter entscheiden, könnte Deutschland die letzte Teillieferung von 37 wegen knapper Kassen nicht bezahlbarer Maschinen unter Umständen an Indien weiterverkaufen. Das käme Guttenberg entgegen, der bis 2014 im Wehretat 8,4 Milliarden Euro einsparen muss.

Aus Sicht der indischen Regierung ist das Geschäft eine Sicherheitsfrage. Erzfeind Pakistan indes wird sich bedroht sehen – und vielleicht auch ein paar Jets ordern. Angesichts dieses Szenarios gegenseitigen Hochrüstens erscheint das Argument, von der Weiterentwicklung des Eurofightersystems hingen 100 000 Arbeitsplätze in mehr als 400 mittelständischen Betrieben ab, zumindest janusköpfig. (Politik)