Serbien hat 15 Jahre lang mehr oder weniger zielstrebig nach Radko Mladic gesucht. Nach jenem bosnisch-serbischen General, den man den "Schlächter vom Balkan" nennt. Dass sich Mladic so lange erfolgreich verstecken konnte, ist wohl weniger trotteligen Geheimdiensten anzulasten, sondern eher einflussreichen Mladic-Freunden in Serbien zuzuschreiben.

Und jetzt, wo die serbische Staatsgewalt nach all den Jahren den General endlich am Kragen hat und ihn an das UN-Kriegsverbrechertribunal in Den Haag ausliefern will, verhält sich das offizielle Belgrad wie ein Händler, der auf einem Basar seine Ware ausruft und den Preis fordert. Für Präsident Boris Tadic ist die Gegenleistung, die die Europäische Union nun zu zahlen habe, eine offene Tür für einen zügigen Beitritt Serbiens.

Mein Herr, wir sind hier nicht beim Hütchenspiel! (Politik)