Zehn Tage vor der Landtagswahl überrascht CDU-Spitzenkandidat Haseloff mit der Idee, das Abitur am Fachgymnasium mit einer Berufsausbildung zu kombinieren – wollte doch seine Partei im Schulbereich möglichst wenig verändern. Jetzt mit diesen Plänen, die schon seit Monaten in der Landesregierung kursieren, herauszukommen, wirkt wie eine hastige Reaktion auf die Mahnung von Ministerpräsident Böhmer an seine Parteifreunde, im Wahlkampf die eigenen Themen nicht zu vernachlässigen. Zumal Haseloff gestern das eigentliche Thema der Pressekonferenz, Thesen der unionsgeführten Länder zum Schulsystem, zugunsten des neuen Fachabiturs unter den Tisch fallen ließ.

Nun soll also ein altes DDR-Modell wieder her. Auch das überrascht. Denn etwas anderes, das in der DDR ebenfalls praktiziert wurde, lehnt Haseloff strikt ab: das längere gemeinsame Lernen. Warum war das eine gut und das andere nicht?