Das Ermittlungsverfahren wegen möglicher rechtlicher Verstöße in der Wiesenhof-Schlachterei Möckern ist noch nicht abgeschlossen. Insofern ist es zu früh für eine abschließende Bewertung. Allerdings wirkt es auf Außenstehende nicht eben vertrauensbildend, wenn der Firmensprecher Tatsachen glattweg leugnet und der Bürgermeister öffentlich über Verschwörungstheorien fantasiert.

Denn die Vorwürfe sind alles andere als eine Lappalie, was nicht zuletzt das mögliche Strafmaß von bis zu drei Jahren Haft belegt. Anstatt abzulenken, sollte das Unternehmen aktiv an der Aufklärung der Vorwürfe mitwirken. Alles andere würde die ohnehin wachsenden Vorbehalte in der Bevölkerung gegen die industrielle Tierproduktion, gegen Schweine- und Hähnchenfabriken, weiter nähren. Die Agrarindustrie und ihre Lobby müssen aufpassen, nicht den Ast abzusägen, auf dem sie sitzen.