Der Widerstand gegen die von SPD und Linken geplante Schulreform in Sachsen-Anhalt wächst. So sind die Arbeitgeber- und Wirtschaftsverbände gegen einen Systemwechsel, die Kommunen auch, CDU und FDP sowieso. Viele Lehrer wollen endlich einmal Ruhe an der bildungspolitischen Front haben. Und selbst bei den Sozialdemokraten ist das Vorhaben, schon wieder am Schulsystem herumdoktern zu wollen, höchst umstritten.

Der angehende SPD-Spitzenkandidat Bullerjahn hat diese Stimmung erkannt und deshalb bereits vor einigen Wochen einen vorsichtigen Kurswechsel seiner Partei eingeleitet. Es fällt schon auf, dass es seitdem parteiintern keine öffentliche Kritik an dem Aufweichen der bis dahin geltenden SPD-Position gegeben hat. Offenbar setzt sich auch bei Verfechtern einer Schulreform zunehmend die Erkenntnis durch, dass sich die Bereitschaft im Land zu einem Systemwechsel in äußerst engen Grenzen hält.

SPD und Linke wollen die Schulreform eigentlich zu einem großen Wahlkampfthema machen. Ob sie damit aber punkten, ist sehr zweifelhaft. Denn breite Unterstützung für eine Reform ist auch in den nächsten Monaten nicht unbedingt zu erwarten. (Seite 1)