Vorsicht vor zu einfachen Rezepten! Mit einigem Recht verweist Ministerpräsident Koch auf das Papier, das er mit dem SPD-Kollegen Steinbrück über Subventionsabbau vorgestellt hat. Doch das war 2003, als der Euro noch stabil war.

Jetzt steckt die Gemeinschaftswährung in einer Existenzkrise – und das lässt Steuererhöhungen in einem anderen Licht erscheinen. Sie könnten zwar das Vertrauen in die Währung stärken, weil Deutschland seinen Haushalt in Ordnung bringen kann. Möglich aber auch, dass sie die anziehende Konjunktur abwürgen, was wiederum eine Gefahr für den Euro wäre.

Dieses Risiko scheint derzeit größer, weshalb die Bundesregierung zu Recht zögert. Wer das Steuer jetzt verreißt, der kann den Euro möglicherweise nicht mehr retten. Und die Steuererhöhungen kommen ohnehin früher oder später.(Politik)