Eigentlich war das sogenannte Teilurteil des Magdeburger Landgerichts einleuchtend: Feld mutwillig zerstört – also Schadenersatz. Doch das Oberlandesgericht in Naumburg machte mit seiner Entscheidung gestern deutlich, dass man auch eine völlig andere Sicht auf die Sachlage haben kann.

Denn es steht die Frage im Raum: Wie viel Genweizen braucht das Leibniz-Institut in Gatersleben, um eine Versuchsreihe mit Ergebnis abschließen zu können? Hätten möglicherweise die "überlebenden" Pflänzchen ausgereicht?

Das zu beurteilen, sahen sich die Naumburger Juristen nicht in der Lage. Hingegen war sich der 9. Zivilsenat völlig sicher, dass auch die Magdeburger Richterkollegen diese Frage nur aus dem Bauch heraus beantworten konnten. Das war den Oberrichtern zu wenig. Ein Gutachter soll nun Licht ins Dunkel bringen. Salomonisch.