Der Lehrermangel ist nicht nur in Sachsen-Anhalt viel zu spät als eines der drängendsten Probleme dieser Zeit erkannt worden. Erst vor wenigen Jahren haben die Bundesländer begonnen, die Kapazitäten an Studienplätzen und Lehrerstellen allmählich zu erhöhen. Es ist absehbar, dass nicht alle Länder ihren Bedarf decken werden können. So viele Lehrer wie kurzfristig benötigt lassen sich auf die Schnelle nicht ausbilden – Studium und Referendariat dauern wenigstens sieben Jahre.

Es hat ein Wettrennen um Lehrer begonnen, bei dem die finanzstarken Länder klar im Vorteil sind. Hamburg beispielsweise will seine Bildungsausgaben in den nächsten Jahren mal eben mehr als verdreifachen und 1000 neue Lehrer einstellen. Finanzschwache Länder wie Sachsen-Anhalt werden das Nachsehen haben. So viel Geld wie benötigt können sie schwerlich in die Bildung umschichten. Der Karren ist festgefahren. (Sachsen-Anhalt)