Firmen-Schicksale
Grundig: Der Elektronik-Riese geht 2003 nach rund 60-jähriger Firmengeschichte pleite. Zwar werden unter dem Namen Grundig noch immer Fernsehgeräte und Radios verkauft, doch hat inzwischen die türkische Koc-Gruppe das Sagen. Produziert wird im Ausland, in Nürnberg sind nur Verwaltung, Planung und Logistik übriggeblieben.
Nordmende: 1947 hatte Martin Mende die Norddeutsche Mende Rundfunk GmbH in Bremen gegründet. 1977 führt der verschärfte Wettbewerb zum Verkauf der Mehrheit an den französischen Konzern Thomson-Brandt. Seit den 1990er Jahren wurden Geräte unter dem Namen "Thomson" angeboten. Die chinesische TCL-Gruppe übernahm den Markennamen 2004.
Telefunken: 1982 ist der Konzern AEG-Telefunken zahlungsunfähig. Banken übernehmen zur Hälfte das AEG-Kapital und verhindern so den Konkurs. AEG geht später im Daimler-Benz-Konzern auf. Telefunken wird vom französischen Konzern Thomson-Brandt übernommen. Die Telefunken Licenses GmbH vergibt seit 2007 Lizenzen zur Verwendung der Marke.
Schneider: 2002 wird das insolvente Unternehmen aus Bayern von dem TCL-Konzern übernommen. Seit 1953 war Schneider in Türkheim ansässig. Ende 2004 wurde die Produktion in Deutschland eingestellt. (dpa)

Kronach (dpa) l Ein früherer Apple-Manager soll Loewe wieder in die Spur bringen. Er will mit einer deutschen Investorengruppe die Traditionsmarke retten. Doch viele Mitarbeiter müssen gehen.

Nach monatelangem Überlebenskampf steht der schwer angeschlagene TV-Gerätehersteller Loewe vor einem Neustart. Der frühere Apple-Europachef Jan Gesmar-Larsen soll dabei eine wichtige Rolle übernehmen. Als Beiratsvorsitzender werde er die strategische Neuausrichtung gemeinsam mit dem bisherigen Loewe-Chef Matthias Harsch verantworten, teilte die Investorengruppe am Freitag mit, die wesentliche Teile von Loewe übernimmt. Eine Gruppe von Familienunternehmern und Branchenmanagern hatte mitgeteilt, die Traditionsmarke solle in deutscher Hand fortbestehen.

Viele Mitarbeiter werden aber ihren Job verlieren und auch für die Loewe-Aktionäre dürfte nicht viel übrigbleiben. Von den derzeit noch 550 Beschäftigten von Loewe im Inland können 120 Mitarbeiter nicht weiterbeschäftigt werden, teilte ein Unternehmenssprecher mit.

Loewe hatte nach hohen Verlusten im vergangenen Oktober Insolvenz in Eigenverwaltung angemeldet. Nun soll die Loewe AG kurzfristig von der Börse genommen und abgewickelt werden. Hauptaktionär der AG war das japanische Elektronikunternehmen Sharp mit knapp 29 Prozent der Anteile, der Streubesitz lag bei mehr als 60 Prozent.

Zur Investorengruppe gehören neben Gesmar-Larsen die beiden Münchner Unternehmer Constantin Sepmeier und Stefan Kalmund sowie frühere Manager des Unternehmens Bang Olufsen. Sie haben für den Loewe-Deal die Panthera GmbH gegründet. Die strategische Partnerschaft mit dem chinesischen Technologielieferanten Hisense soll ausgeweitet werden.

Loewe, auf hochwertige Fernseh- und Audiogeräte spezialisiert, war wegen der harten Konkurrenz aus Fernost in heftige Turbulenzen geraten.