Seehausen/Altmark l Der Blechprofilroste-Spezialist Graepel Seehausen kann in die guten Konjunkturprognosen deutscher Wirtschaftsforschungsinstitute einstimmen. Das mit 250 Beschäftigten zu den größten Arbeitgebern in der nördlichen Altmark zählende Unternehmen geht mit einer guten Auftragslage und Auslastung ins neue Jahr.

In Seehausen werden Blechprofilroste unter anderem für Maschinen-, Anlagen-, Baumaschinen- und Fahrzeugbauer hergestellt. Dafür werden jährlich rund 7000 Tonnen Metall verarbeitet. Die Leichtbauelemente werden beispielsweise als Umlauf auf Tankfahrzeugen, als rutschhemmende Treppenelemente oder Laufstege verbaut.

"Wir sind für die kommenden Monate sehr optimistisch", sagte Geschäftsführer Carl-Ulrich Bauer im Volksstimme-Gespräch. "Beim Umsatz werden wir um zehn Prozent wachsen." Absolute Zahlen gibt das Unternehmen nicht an.

Stammsitz von Graepel ist das niedersächsische Löningen. Das Unternehmen gehört zu den ältesten deutschen Herstellern industriell geformter Metallerzeugnisse und beschäftigt insgesamt mehr als 500 Mitarbeiter. Die Nachfrage nach Produkten "made in Seehausen" hat sich sowohl im deutschen als auch in den Exportmärkten in den vergangenen Monaten spürbar erhöht, berichtet Bauer. Als Beispiel nennt er die USA. Dort beliefern die Altmärker eine Graepel-Tochtergesellschaft mit geprägten Platinen, die dann in Übersee für die verschiedensten Einsatzzwecke weiterverarbeitet werden. Gegenwärtig entwickeln und testen die Seehäuser spezielle Roste, die an US-amerikanischen Güterzügen angebracht werden sollen.

Ungefähr die Hälfte seiner Produktion verkauft Graepel Seehausen ins Ausland. Schwerpunkt ist Zentraleuropa mit den Benelux-Staaten und Frankreich. Es lohnt aber auch ein Blick nach Skandinavien. Viele Bootsanlegestege an den norwegischen Fjorden wurden in Seehausen hergestellt.

Dort schafft Graepel derzeit weitere technische Voraussetzungen für stabiles Wachstum und die Sicherung des Standortes, betonte Bauer. Etwa 2,5 Millionen Euro investiert das Unternehmen in die komplette Modernisierung der Verzinkerei. So werden beispielsweise die Beizbäder durch neue ersetzt und die Arbeitsbedingungen durch deren bauliche "Verhüllung" deutlich verbessert.

Die Verzinkerei soll im Februar wieder in Betrieb gehen. "Wir selbst werden die Verzinkerei zu 50 Prozent nutzen", erläutert der Geschäftsführer. Damit stellt Graepel auch anderen Unternehmen in der Region Verzinkungskapazitäten bis zu kleinsten Auftragsmengen zur Verfügung. "Dafür haben wir über unsere Bedürfnisse hinaus bewusst mehr Geld investiert."