Frankfurt/Main (dpa). Die IG Metall weitet ihren Protest gegen Leiharbeit und befristete Arbeitsverträge aus. "Arbeit ist der wertvollste Rohstoff, den Deutschland besitzt. Arbeit darf nicht zur Ramschware verkommen", sagte Berthold Huber, Erster Vorsitzender der IG Metall, gestern in Frankfurt.

Die größte deutsche Gewerkschaft will in den Betrieben ein Zeichen setzen, um etwa ihrer Forderung nach gleicher Bezahlung von Leih- und Stammarbeitern Nachdruck zu verleihen. Sie hat für den 24. Februar einen bundesweiten Aktionstag gegen Leiharbeit und prekäre Beschäftigung angekündigt. "Die Auseinandersetzung um Leiharbeit ist auch ein Kampf um den Respekt vor der Arbeit und den Menschen, die sie leisten", sagte Huber.

Nach der schweren Wirtschaftskrise könnten die Arbeitnehmer nun eigentlich wieder optimistisch in die Zukunft blicken, sagte Huber: "Doch statt gemeinsam den Aufschwung zu gestalten, haben Arbeitgeber und Teile der schwarz-gelben Regierung den in der Krise erfolgreichen Konsens mit den Gewerkschaften einseitig und ohne Not aufgekündigt."

Im aktuellen Aufschwung würden nur zu einem kleinen Teil unbefristete Arbeitsverhältnisse geschaffen. "Stattdessen entstehen Hunderttausende prekäre Jobs. Einstellungen erfolgen überwiegend befristet und als Leiharbeit." Dadurch würden persönliche Lebensperspektiven untergraben und ein Klima von Unsicherheit und Angst geschaffen. Vor allem jungen Menschen müssten sich von Job zu Job hangeln. Das will die Gewerkschaft nicht akzeptieren.

Huber ist überzeugt, dass "Equal Pay" für Leih- und Stammarbeiter sowie allgemeine Mindestlöhne Verdienste ermöglichen könnten, die wieder zum Leben ausreichten. Im Vermittlungsausschuss bestehe derzeit die gute Möglichkeit, die schlimmsten Fehlentwicklungen auf dem Arbeitsmarkt zu begrenzen. Huber forderte Union und FDP deshalb auf, diese Chance zu nutzen.

Die IG Metall fühlt sich derzeit durch ihre Mitgliederentwicklung ermutigt. Die Gewerkschaft habe ihre Stärke in den Betrieben 2010 halten können, betonte Detlef Wetzel, Zweiter Vorsitzender der IG Metall: "Die Zahl unserer Vollbeitragszahler ist lediglich um 0,3 Prozent gesunken. Das ist ein sehr gutes Ergebnis angesichts der wirtschaftlichen Krise." Zum Jahresende 2010 zählte die IG Metall knapp 2,24 Millionen Mitglieder. Die Beitragseinnahmen erhöhten sich 2010 leicht auf 442 Millionen Euro.