Köln (dpa) l "Opa Klaus" ist der heimliche Star neben 70 "Strick-Damen" in der Produktionsmannschaft eines bayerischen Herstellers von handgefertigten Strickwaren. Der pensionierte Psychologe strickt seit seiner Kindheit und nachdem seine Frau bereits Mützen, Handschuhe, Pullover und neuerdings auch einen Strick-Mantel besitzt, greift der 75-Jährige nun im Auftrag von "My Oma" zum Strickzeug, wie auf der Homepage des Internet-Anbieters zu erfahren ist. Als strickender Mann gehört er jedoch immer noch einer kleinen, aber wachsenden Minderheit an. Neue Häkel- und Stricktrends haben bei der größten europäischen Handarbeits-Fachmesse h+h in Köln Konjunktur.

Von Freitag bis Sonntag zeigen dort 358 Aussteller aus 40 Nationen einem Fachpublikum, wie man die wachsende Schar von Handarbeits-Fans versorgt. Rund 1,35 Milliarden Euro haben die Deutschen im vergangenen Jahr für den Spaß am Selbermachen ausgegeben. Im Vergleich zum Vorjahr konnte die Häkel-, Strick- und Nähbranche damit ein Plus von 13 Prozent verbuchen und ihr stürmisches Wachstum weiter fortsetzen.

Strick- und Häkelgarne führen dabei mit einem Umsatzplus um mehr als 20 Prozent auf 520 Millionen Euro die Umsatz-Hitliste an. Damit sei der Branchenumsatz in den vergangenen fünf Jahren insgesamt um rund 40 Prozent gewachsen, sagt Probst-Bajak. Ein Ende des Booms sei derzeit nicht in Sicht.

Auch wenn die Altersklasse "70 plus" mit 24 Prozent noch immer einen großen Anteil am deutschen Handarbeitsmarkt stellt, holen Jüngere derzeit nach einer zur Messe vorgelegten Umfrage des Marktforschungsinstituts GfK deutlich auf. Nachwuchs-Probleme kenne die Branche derzeit nicht, erläutert Probst-Bajak.