Sangerhausen (dpa) l Für den angeschlagenen ostdeutschen Fahrradhersteller Mifa gibt es neue Hoffnung: Der indische Investor Hero Cycles steckt frisches Eigenkapital in Höhe von 15 Millionen Euro in das Unternehmen. Wie die Mitteldeutsche Fahrradwerke AG (Mifa) am Dienstag in Sangerhausen mitteilte, sollen die Inder künftig bis zu 47 Prozent am Unternehmen halten.

Dies soll den Angaben zufolge über weitere Kapitalerhöhungen und die Übertragung von Aktien aus dem Kreis der Altaktionäre an Hero Cycles geschehen. Der Einstieg von Hero Cycles ist an die Bedingung geknüpft, dass Gläubiger von Mifa auf Forderungen in Höhe von 15 bis 20 Millionen Euro verzichten, hieß es. Hero ist nach eigenen Angaben der weltweit größte Fahrradhersteller.

"Ich begrüße den Einstieg von Hero außerordentlich. Jetzt kann es bei Mifa nur noch aufwärtsgehen", sagte AWD-Gründer Carsten Maschmeyer, der 2011 bei Mifa eingestiegen war. Er werde keine Aktien verkaufen, da er an die Zukunft des Fahrradmarktes glaube. Maschmeyer und seine Familie sowie der frühere Vorstandschef Peter Wicht sind derzeit die größten Einzelaktionäre. Maschmeyer hält nach Angaben seines Sprechers derzeit 20,2 Prozent der Aktien.

Mifa hatte 2013 einen Fehlbetrag von 15 Millionen Euro verzeichnet. Durch falsche Angaben unter anderem zu Roh- und Hilfsstoffen auch in den Vorjahren kam es zu einem Bilanzverlust von 28 Millionen Euro. Die Hauptversammlung werde sich auf das dritte Quartal verschieben, hieß es.

Mifa ist mit rund 770 Mitarbeitern einer der größten Arbeitgeber in der strukturschwachen Region im Südharz. 2013 erzielte die Gesellschaft einen Umsatz von 108 Millionen Euro.