Magdeburg l In Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen fielen am Montagabend im Regional- und S-Bahn-Verkehr rund 300 Züge aus, teilte die Bahn mit. Auch im Fernverkehr kam es zu Behinderungen. Für die Lokführergewerkschaft GDL war der dreistündige Warnstreik ein Erfolg. "Es stand alles still", sagte der stellvertretende Vorsitzende der GDL-Mitteldeutschland, Manfred Ohme, der Volksstimme.

Im Tarifstreit zwischen der Bahn und der Gewerkschaft haben sich die Konfliktparteien am Dienstag gegenseitig die Schuld an den Beeinträchtigungen des Zugverkehrs zugeschoben. Die Gewerkschaft hätte angekündigt, mit Warnstreiks den Güterverkehr treffen zu wollen, dann sei aber der Fern- und Nahverkehr in Mitleidenschaft gezogen worden. "Morgens gehen die Menschen mit der Ankündigung der GDL aus dem Hause, lediglich den Güterverkehr treffen zu wollen, und abends fahren dann keine S-Bahnen - wer so mit Kunden und Öffentlichkeit umgeht, ist kein seriöser Partner", erklärte ein Sprecher.

GDL-Chef Claus Weselsky wies die Vorwürfe zurück. Die Gewerkschaft habe die Fahrgäste rechtzeitig informiert, dass alle Lokführer und Zugbegleiter ab 18 Uhr zu Arbeitsniederlegungen aufgerufen seien. Weselsky schloss weitere Streikaktionen nicht aus, über den Zeitpunkt sei aber noch keine Entscheidung getroffen. Als nächsten Schritt will die Gewerkschaft dann auch über längerfristige Arbeitsniederlegungen abstimmen. "Aber die DB hat den Schlüssel in der Hand und kann jeden Tag substanzielle Angebote machen", meinte Weselsky. Die Gewerkschaft Deutscher Lokomotivführer (GDL) hatte am Montag ein neues Tarifangebot der Bahn abgelehnt.

In Sachsen-Anhalt war der Lokführerstreik auch einen Tag danach noch spürbar. Zwischen Halle und Sangerhausen sowie in der Region Dessau-Wittenberg gab es am Vormittag noch einzelne Zugausfälle und Verspätungen.