München (dpa) l Sie heißen Kayak, Swoodoo oder Check24 und drängen mit Macht in den Reisemarkt. "Vergleichsportale haben deutlich an Bedeutung gewonnen. Die Urlauber wollen mit einem Klick alles auf einen Blick", sagt Michael Buller, Vorstand des Verbandes Internetreisevertrieb (VIR). Die Suchmaschinen der Vergleichsportale grasen das Internet ab und liefern die Ergebnisse im Überblick. Viele bieten inzwischen auch die Möglichkeit der Buchung.

Während sich Angebote für Flugreisen und Mietwagen noch einigermaßen einfach vergleichen lassen, ist es bei Pauschalreisen deutlich komplizierter. Dort spielen verschiedenste Kriterien eine Rolle, zum Beispiel Kinderbetreuung im Hotel, Strandnähe oder zusätzliche Angebote wie Ausflüge. "Ein objektiver Vergleich zwischen den einzelnen Angeboten ist daher kaum möglich", sagt Torsten Kirstges, Direktor des Instituts für innovative Tourismus- und Freizeitwirtschaft (ITF) an der Jade-Hochschule in Wilhelmshaven.

Buller findet die Metasearcher vor allem bei der Suche nach Hotels oder Flügen sinnvoll. "Hier bekommen die Portale einen echten Preisvergleich inzwischen recht gut hin", sagt er. Verbraucherschützer warnen allerdings, dass der angezeigte Preis nicht unbedingt der Endpreis ist.

Geld verdienen die Portale vor allem mit Werbung und Provisionen für die Vermittlung. Bei Pauschalreisen bekommen sie etwa 5 bis 13 Prozent vom Veranstalter, Autovermieter zahlen 10 bis 15 Prozent, wie Georg Heusgen, Geschäftsführer Reisen bei Check24, berichtet. Für Flugreisen gibt es keine Vermittlungsgebühr.

Im vergangenen Jahr wurden 14 Prozent der Reisen über Internet-Portale gebucht, wie aus der Reiseanalyse der Forschungsgemeinschaft Urlaub und Reisen (FUR) hervorgeht. 2005 waren es nur 7 Prozent. Erwartet wird allerdings nicht, dass die Portale das klassische Reisebüro auf absehbare Zeit verdrängen.