Bis zur Insolvenz Anfang 2012 war Schlecker mit bis zu 50 000 Mitarbeitern und 9000 Märkten die Nummer eins unter den Drogeriemärkten in Deutschland. Die neuen Riesen der Branche:

dm: Konzern-Umsatz 7,6 Milliarden Euro (2012/13), rund 50000 Beschäftigte, etwa 3000 Filialen in Deutschland und Europa. Sortiment: neben klassischen Drogeriewaren und Kosmetika auch Babykleidung und Bio-Nahrungsmittel.

Rossmann: 6,64 Milliarden Euro Umsatz, 40000 Mitarbeiter, 3000 Filialen, Sortiment: Neben Drogeriewaren und Kosmetik auch Babyartikel, Textilien und Nahrungsmittel.

Müller: 3,7 Milliarden Euro Umsatz, 32000 Mitarbeiter, rund 700 Filialen in sieben Ländern, 516 in Deutschland, Sortiment: neben Drogerie- und Parfümerie- auch Schreib- und Spielwaren, Haushalt, Multimedia, Naturkosmetik und Babywäsche. (dpa)

Karlsruhe (dpa) l Die Drogeriemarktkette dm will Discountern und Lebensmitteleinzelhändlern das Geschäft mit Drogerieartikeln abjagen. "60 Prozent der Drogeriewaren werden noch nicht in Drogerien gekauft", sagte Firmenchef Erich Harsch am Donnerstag in Karlsruhe. dm hält derzeit nach eigenen Angaben einen Marktanteil von 23 Prozent bei Drogeriewaren, 17,5 Prozent teilen sich andere Drogeriemärkte. Ein gutes Drittel aller Drogerieartikel wird dagegen nach den Angaben bei Lebensmitteleinzelhändlern verkauft, 27 Prozent bei Discountern.

dm plant für das nächste Jahr in Deutschland 174 neue Märkte und Investitionen von 160 Millionen Euro. Konzernweit sind 264 Neueröffnungen geplant. Im abgelaufenen Geschäftsjahr (30.9.) stieg der Umsatz zwar nicht mehr zweistellig wie in den Vorjahren, als der sogenannte Schlecker-Effekt noch stärker zu spüren war. Mit einem Umsatzplus um 8,2 Prozent auf 8,32 Milliarden Euro blieb dm aber Branchenprimus. In Deutschland wurden 6,4 Milliarden Euro umgesetzt. Zum Gewinn äußerten sich die Karlsruher nicht. dm steht seit der Schlecker-Pleite vor zweieinhalb Jahren unangefochten an der Spitze deutscher Drogeriemärkte - vor Rossmann und Müller.

Punkten will das Unternehmen, das schon in den 1980er Jahren Bio-Lebensmittel in sein Sortiment aufgenommen hatte, weiter mit nachhaltigen Produkten sowie dekorativer Kosmetik wie Nagellack oder Wimperntusche. Bei dekorativer Kosmetik haben die Karlsruher nach eigenen Angaben ihre "Marktführerschaft auf mehr als 50 Prozent" ausgebaut. dm profitiert dabei unter anderem vom Trend zu schrillem Nagellack, der vor allem bei Teenies beliebt ist. "Das Segment wird immer jünger", hat Marketing-Chefin Petra Schäfer beobachtet.