Kauf statt Miete?
Ein Blick auf das Kaufpreis-Miete-Verhältnis kann vor der Kauf-Entscheidung helfen. Es besagt, wie vielen Jahresnettokaltmieten der Kaufpreis entspricht. Die Nettokaltmiete ist die Miete ohne Betriebskosten.
Beträgt der Kaufpreisder Immobilie weniger als das 20-fache der Jahresmiete, ist ein Kauf zu einer mietähnlichen Belastung möglich, hat die Stiftung Warentest ermittelt. Die Voraussetzung: Der Käufer bringt 20 Prozent Eigenkapital mit. Liegt der Wert über 25, müssen Käufer über einen längeren Zeitraum mit einer Mehrbelastung rechnen. (dpa)

Frankfurt/Main (dpa/ba) l Hypotheken sind günstig wie nie, alternative Geldanlagen rar: Auch deshalb klettern die Kaufpreise für Wohneigentum in Deutschland munter weiter. Das gilt vor allem für Großstädte, die immer mehr Menschen anziehen.

Insgesamt lasse die Dynamik beim Preisanstieg von Wohneigentum aber nach, betonte der Immobilienverband IVD am Donnerstag bei der Vorlage des neuesten Wohn-Preisspiegels in Frankfurt. Für eine bestehende Eigentumswohnung mit mittlerem Wohnwert würden derzeit 1082 Euro pro Quadratmeter gezahlt. Das sind 4,5 Prozent mehr als im Vorjahr, nachdem die Preise 2013 noch um 5,3 Prozent gestiegen seien.

"Damit liegt das durchschnittliche Preisniveau für Eigentumswohnungen immer noch zehn Prozent niedriger als vor 20 Jahren", sagte IVD-Vizepräsident Jürgen Michael Schick. Denn nach dem Immobilienboom der 1990er Jahre seien die Preise für Wohneigentum lange Zeit überproportional zurückgegangen. Erst seit 2010 sei ein Aufholprozess zu beobachten.

Allerdings verteuern sich Eigentumswohnungen in Großstädten deutlich schneller als im Bundesschnitt - und schneller als im Vorjahr. So koste der Quadratmeter in Städten mit mindestens 500 000 Einwohnern im Schnitt 1689 Euro und damit 9,3 Prozent mehr als vor einem Jahr: Der Vorjahresanstieg lag bei 7,8 Prozent. "Immer mehr Menschen wollen sich mit dem Kauf der eigenen vier Wände von der Entwicklung der Mieten unabhängig machen und nutzen das derzeit niedrige Zinsniveau zum Wohnungskauf. Damit tragen sie zur Aufwärtsbewegung der Kaufpreise für Eigentumswohnungen bei", sagte Schick.

5,78 Euro Nettokaltmiete bei mittlerem Wohnwert

IVD-Präsident Jens-Ulrich Kießling begründet die Entwicklung zudem mit der wachsenden Bevölkerungszahl in den Metropolen: "Der Wohnungsneubau kann damit nicht mithalten - auch wenn das Neubauvolumen in den vergangenen Jahren zugenommen. So stiegen die Preise mit 14,29 Prozent in München erneut besonders kräftig: Nach den IVD-Angaben müssen Käufer dort derzeit 3600 Euro pro Quadratmeter für eine Eigentumswohnung mittleren Wohnwerts bezahlen. Mit großem Abstand auf Platz zwei folgt Stuttgart (2245 Euro, +9,87 Prozent) vor Hamburg (2100 Euro, +10,53 Prozent). Deutlich günstiger bleibt Berlin mit 1750 Euro pro Quadratmeter - allerdings ist die Entwicklung dort rasant (+ 12,9 Prozent). "Die Preise werden weiter steigen, aber sie schießen nicht in die Höhe", prognostiziert Schick.

In Magdeburg kosten Eigentumswohnungen mit mittlerem Wohnwert rund 750 Euro pro Quadratmeter. Damit herrscht in etwa das Niveau des Vorjahres. Nur eine Eigentumswohnung in Halle ist in Sachsen-Anhalt noch teurer. In der Händelstadt werden für eine Wohnung mit mittlerem Wohnwert rund 800 Euro pro Quadratmeter aufgerufen.

Hingegen hat sich die Miet- entwicklung in Deutschland spürbar verlangsamt. Im Durchschnitt koste eine Wohnung mit mittlerem Wohnwert - die nach 1949 entstand - derzeit 5,78 Euro Nettokaltmiete pro Quadratmeter. Das seien 2,1 Prozent mehr als im Vorjahr, erklärte IVD. 2013 hatte der Preisanstieg noch bei über drei Prozent gelegen. In vielen Großstädten wie Düsseldorf, Frankfurt und Dresden seien die Mieten gar nicht gestiegen.Die Mietpreise in den Städten von Sachsen-Anhalt liegen für eine Drei-Zimmer-Wohnung mit 70 Quadratmetern zwischen 5 und 7,25 Euro pro Quadratmeter. Bei Neubauoten werden zwischen 6,70 und 8,50 Euro pro Quadratmeter verlangt.

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