Magdeburg (dpa) l Die Händler im Land sehen einem guten Weihnachtsgeschäft entgegen. "Die Rahmenbedingungen stimmen, wir sind sehr optimistisch", sagte Knut Bernsen, Geschäftsführer des Handelsverbandes Sachsen-Anhalt. So sei die Beschäftigung gut, die Inflation gering und die Tendenz zum Sparen wenig ausgeprägt.

Nach Schätzungen des Handelsverbandes Deutschland (HDE) könnten die Deutschen im Durchschnitt pro Kopf 447 Euro für das Fest ausgeben. "Das werden wir in Sachsen-Anhalt aber eher nicht erreichen", meinte Bernsen. Im vergangenen Jahr erzielten die Händler Sachsen-Anhalts im Weihnachtgeschäft einen Umsatz von 1,8 Milliarden Euro. Der HDE prognostiziert für dieses Jahr bundesweit ein Plus von 1,2 Prozent auf 85,5 Milliarden Euro. Er hofft, dass sich auch Sachsen-Anhalt in dieser Größenordnung steigern wird.

Ganz oben auf der Einkaufsliste stünden die Klassiker: Spielzeug, Bücher, Uhren und Schmuck sowie Unterhaltungselektronik. Bei der Wergona Schokoladenfabrik in Wernigerode ist die Weihnachtsproduktion schon fast durch. "Wir fertigen nur noch ein paar Restposten", berichtete Sprecher Dieter Schäfer. Die 600 Beschäftigten arbeiteten derzeit schon an der Osterproduktion für die Kunden in Übersee. Insgesamt seien in diesem Jahr 250 Millionen Teile - beispielsweise Zapfen, Wichtel und Weihnachtsmänner - hergestellt worden. Dazu kommen 30.000 Kalender. Insgesamt sei der Absatz bislang etwas geringer, aber dennoch zufriedenstellend, bilanzierte Schäfer. "Bislang war es noch zu warm, da geht Schokolade nicht so gut."

Auch die Halloren Schokoladenfabrik in Halle hat bereits ihre süßen Waren für das Weihnachtsfest ausgeliefert. Neben den Klassikern wie Halloren-Kugeln seien zum Beispiel Trüffelsterne und Weihnachtskugeln aus Nougat und Marzipan an den Handel gegangen, sagte Vorstandschef Klaus Lellé. Er zeigte sich insgesamt zufrieden mit dem Weihnachtsgeschäft und hofft ebenfalls auf niedrigere Temperaturen. Weihnachtsbaum-Händler Bernd Oelkers aus Wenzendorf (Niedersachsen) hat bereits jetzt gut zu tun: "Die Bestellungen vor dem eigentlichen Verkauf der Bäume sind höher als im vergangenen Jahr." So orderten Unternehmen, Vereine aber auch Privatleute Nordmanntannen und Blaufichten. Der eigentliche Direktverkauf auf den Märkten und damit die heiße Phase beginne Anfang, Mitte Dezember.

Oelkers zufolge werden in diesem Jahr 225.000 Bäume auf die Reise nach ganz Deutschland und ins Ausland gehen; etwa 30 000 davon seien für Sachsen-Anhalt bestimmt. Das Preisniveau liege ungefähr auf dem des Vorjahres. Für eine Premium-Nordmann-Tanne koste der laufende Meter etwa 16 bis 22 Euro. In ganz Sachsen-Anhalt werden in diesem Jahr etwa 700.000 Bäume erstrahlen.