Elbingerode l Die alte Bandsäge, die noch in der Werkstatt steht, hat viele Meister kommen und gehen sehen. Wilhelm Edert kaufte das schwarze Ungetüm 1927 von einem Fabrikanten aus Leipzig. Es muss eine der ersten Maschinen gewesen sein, die es im Betrieb gab, vermutet heute Frank Scharun. Seit 2007 gehört ihm die Tischlerei Edert. Der Meister führt den Betrieb in der siebten Generation.

Am 2. Februar 1815 wurde die Tischlerei von Johann Carl-Wilhelm Anger gegründet. Er übergab sie später an seinen Sohn August. 1887 erhielt der Betrieb seinen heutigen Namen. August Angers Schwiegersohn Ernst Edert trat die Nachfolge an. Das Feuer 1911 zerstörte Werkstatt und Wohnhaus der Familie. "Es war der größte Schicksalsschlag", sagt Frank Scharun, der zum Jubiläum seiner Firma Historisches in einer Broschüre zusammengetragen hat.

Bis 2007 blieb der Handwerksbetrieb in der Hand der Familie Edert. Damals war Frank Scharun schon seit 25 Jahren im Betrieb. Erst als Lehrling, dann als Geselle und Meister. Er kannte jeden Winkel der Werkstatt. Scharun kaufte die Tischlerei von Andreas Edert. Der neue Besitzer modernisierte den Betrieb, vergrößerte die Werkstatt, baute um. Für 70000 Euro schaffte Scharun neue Maschinen an. Erst im vergangenen Jahr investierte er wieder. 100000 Euro für Maschinen zur Möbelproduktion.

Scharun denkt nach vorne, blickt angesichts der Geschichte seines Betriebes aber auch zurück. "Über Generationen haben wir uns einen guten Ruf erarbeitet. Damit das so bleibt, setzen wir auf Nachhaltigkeit und Qualität", sagt der 50-Jährige. Mit vier Gesellen und zwei Lehrlingen macht der Betrieb rund eine halbe Million Euro Umsatz jährlich.

In 13 Jahren, dann, wenn Frank Scharun in den Ruhestand gehen könnte, soll der Sohn die Tischlerei weiterführen. Hendryk hat vor zwei Jahren seine Meisterprüfung zum Tischler mit Auszeichnung bestanden.

Der Präsident der Handwerkskammer Magdeburg, Hagen Mauer, überreicht der Tischlerei zum Jubiläum eine Ehrenurkunde. "Wir sind sehr stolz, einen Betrieb mit so langer Tradition in unserem Kammergebiet zu haben", so Mauer.

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