Rekordprämie

Der Autobauer Daimler zahlt den Beschäftigten für das vergangene Geschäftsjahr eine Rekordprämie von 4350 Euro. Rund 135 000 Tarifmitarbeiter profitieren davon.

Die Schwaben hatten 2014 Bestwerte verbucht: Das Ergebnis vor Steuern und Zinsen (Ebit) blieb mit 10,8 Milliarden Euro zwar nahezu konstant. Rechnet man allerdings Sondereffekte heraus, legte es um 27 Prozent auf 10,1 Milliarden Euro zu. Der Umsatz stieg um 10 Prozent auf rund 130 Milliarden Euro. (dpa)

Stuttgart (dpa) l Der Autobauer Daimler steckt sich nach guten Ergebnissen im vergangenen Jahr hohe Ziele für 2015 und setzt dazu weiter den Rotstift an. Absatz, Umsatz und Ergebnis im Kerngeschäft sollen "deutlich" gesteigert werden. Bei der Ertragskraft wolle Daimler "ein Niveau erreichen, das es in diesem Unternehmen bisher nicht gab", kündigte Vorstandschef Dieter Zetsche am Donnerstag in Stuttgart an. Die Schwaben wollen ihre Erzrivalen BMW und Audi bis 2020 überholt haben und die Nummer 1 im Premiumsegment werden.

Die Mitarbeiter bekommen den Erfolg bereits jetzt schon im Geldbeutel zu spüren: Sie erhalten mit 4350 Euro eine so hohe Ergebnisbeteiligung wie nie zuvor. Zugleich müssen sie sich aber auf weitere Sparmaßnahmen gefasst machen: Um die Profitabilität zu erhöhen, will Daimler ein bereits laufendes milliardenschweres Effizienzprogramm ausbauen.

Geplant seien "strukturelle Veränderungen", um die Wettbewerbsfähigkeit zu verbessern, sagte Konzernlenker Zetsche. Details gab er nicht preis: "Wir wollen ganz bewusst diese (strukturellen Veränderungen) jetzt nicht mit demonstrativ eindrucksvollen Zahlenwerten garnieren." Treffen dürfte es vor allem die wichtige Autosparte.

Ursprünglich wollte Daimler bis Ende 2014 insgesamt rund 4 Milliarden Euro sparen. 2015 soll die Summe dann voll in der Bilanz zu Buche schlagen. Rund zwei Milliarden Euro kommen dabei aus dem Programm "Fit for Leadership" in der Autosparte. Zetsche zufolge soll dieses Programm erweitert werden.

Zuletzt hatte Daimler in der Autosparte eine Umsatzrendite - die das Verhältnis aus dem operativen Gewinn und den Erlösen beschreibt - von 8 Prozent erreicht. Die Konkurrenz aus Bayern kam jedoch zuletzt bereits auf Werte um 10 Prozent.

Im vergangenen Jahr war Daimlers Ergebnis vor Steuern und Zinsen (Ebit) mit 10,8 Milliarden Euro nahezu konstant geblieben. Rechnet man Zu- und Verkäufe von Beteiligungen heraus, legte es um 27 Prozent auf 10,1 Milliarden Euro zu. Im laufenden Jahr soll das Ergebnis um mindestens 10 Prozent steigen.

Der Umsatz verbesserte sich 2014 um 10 Prozent auf rund 130 Milliarden Euro. Der Gewinn sank unter dem Strich auf 7,3 Milliarden Euro - im vergangenen Jahr allerdings hatte der Verkauf der Anteile am Luft- und Raumfahrtkonzern EADS Milliarden in die Kasse der Schwaben gespült.

An der Börse kamen die Zahlen gut an, die Daimler-Aktie zählte zeitweise zu den Gewinnern im Dax. Einen Schub erwartet Daimler zudem von zahlreichen neuen Modellen. "Wir feuern weiter aus allen Rohren", kündigte Zetsche an.

Bis Ende des Jahres bringt Daimler acht neue oder überarbeitete Modelle auf den Markt. Nahezu das gesamte Angebot an Geländewagen soll 2015 erneuert werden.

Ein wichtiger Schlüsselmarkt für die Stuttgarter ist China. "Dort entscheidet sich, wer im Premiumbereich das Rennen macht", sagte Zetsche. "Und Mercedes-Benz hat in China noch viel Luft nach oben." Um voranzukommen, werde Daimler die lokale Produktion "massiv" ausbauen. "Zwei Drittel der verkauften Autos werden in den nächsten Jahren auch in China gefertigt."