Magdeburg l Die Gewerkschaft IG Metall hat die 1700 Beschäftigten der ostdeutschen Mercedes-Benz-Vertriebsgesellschaft (MBVG) zu Warnstreiks für den heutigen Dienstag aufgerufen. Hintergrund ist, dass Autobauer Daimler die Gesellschaft verkaufen will, darunter auch den Standort in Magdeburg mit 250 Beschäftigten. IG-Metall-Bezirkschef Hartmut Meine kritisierte, Daimler ziehe sich aus dem Osten zurück, obwohl die MBVG schwarze Zahlen schreibe. Über Alternativ-Konzepte lasse der Daimler-Vorstand nicht mit sich reden.

Konzern-Sprecherin Konstanze Fiola teilte am Montag auf Volksstimme-Anfrage mit, es gehe darum, den Vertrieb im "weitestgehend gesättigten deutschen Markt" neu aufzustellen. Derzeit würden hierfür Sondierungsgespräche mit möglichen Käufern laufen. Sie betonte, dass alle MBVG-Betriebe an einen Erwerber als Gesamtpaket veräußert werden sollen, die Arbeitsplätze der Beschäftigten durch den Verkauf nicht berührt würden.

Hartmut Meine widerspricht: "Es gibt keine verbindlichen Zusagen für die Arbeitsplatz- und Standortsicherheit", die Metaller würden der Arbeitgeberseite nicht trauen. Eine Umfrage der Gewerkschaft unter den Beschäftigten aller Standorte habe ergeben, dass 90 Prozent schlechtere Arbeitsbedingungen nach einem Verkauf befürchten. Fast die Hälfte mache sich Sorgen um den Arbeitsplatz.