Das deutsche Leitbarometer Dax steigt von einem Allzeithoch zum nächsten. Bereits zu Wochenbeginn war der Dax auf mehr als 12160 Punkte gesprungen. Danach sicherten sich viele Anleger ihre Gewinne - zumal die Sorge groß war, die US-Notenbank Fed könnte bereits kurzfristig mit einer Anhebung der Leitzinsen beginnen. Am Mittwoch dann die Erleichterung: Vor Juni oder September will die Fed die Zinsen nicht anheben. Die Zeit des billigen Geldes ist also begrenzt, geht aber vorerst weiter.

Insgesamt fielen die Daten zur Entwicklung der US-Wirtschaft zuletzt gemischt aus: Stark präsentierte sich der US-Arbeitsmarkt mit einer Arbeitslosenquote von 5,5 Prozent, die das von der US-Notenbank angestrebte Langfristniveau von 5,2 bis 5,5 Prozent erreichte. Auch die Zahl der neu geschaffenen Jobs sorgte für Erleichterung: Im Januar und Februar kamen in den USA durchschnittlich 262500 neue Jobs pro Monat hinzu. Auf der anderen Seite enttäuschten rückläufige Einzelhandelsumsätze.

Der schwache Euro hilft der Exportwirtschaft

Lange blieb Europa weit hinter dem Aufschwung in den USA zurück. Jetzt zeigen sich vermehrt positive Konjunktursignale. Besonders erfreulich fielen die Daten zum privaten Konsum aus, die Einzelhandels- umsätze legten stark zu. Auch die Geschäftsklimaindizes deuten auf ein stabiles Wirtschaftswachstum hin. Der breite Einkaufsmanagerindex fu¨r Europa und die Konjunkturerwartungen des Zentrums für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW) haben sich ebenfalls aufgehellt. Grund ist vor allem die anziehende Binnennachfrage in weiten Teilen der Eurozone. Nicht zuletzt die Geldpolitik der Europäischen Zentralbank trägt damit Früchte. Eine weitere Stabilisierung der europäischen Wirtschaft ist wahrscheinlich: Die expansive Geldpolitik, der niedrige Ölpreis, die starke Inlandsnachfrage sowie der schwächere Euro dürften im Jahresverlauf fu¨r weitere positive Impulse sorgen.

Von der Abschwächung des Euro gegenüber dem US-Dollar profitieren vor allem die export- orientierten Unternehmen - auch deshalb hat sich der Dax seit Jahresbeginn überdurchschnittlich entwickelt.