Berlin (dpa) l Die Bundesregierung rechnet mit einem dauerhaften Aufschwung in Deutschland. Angesichts der Rekordbeschäftigung und steigender Löhne hat die Koalition ihre Konjunkturprognose deutlich angehoben. Wirtschaftsminister Sigmar Gabriel warnte am Mittwoch in Berlin aber vor Übermut: "Wirtschaftlicher Erfolg ist kein Selbstläufer."

Weltweite Krisen oder die ungelöste Zukunft Griechenlands könnten rasch die Unternehmen, die bei Exporten vom schwachen Euro sowie vom billigen Öl profitieren, wieder verunsichern. Die Opposition kritisierte, die guten Zahlen fielen dem schwarz-roten Kabinett in den Schoß. Die Wirtschaftsverbände wiederum fühlen sich durch den gesetzlichen Mindestlohn schikaniert.

Für dieses und das nächste Jahr erwartet die Regierung nun einen Anstieg der Wirtschaftsleistung um jeweils 1,8 Prozent. Damit hat auch die Große Koalition ihre bisherige Schätzung von 1,5 Prozent für 2015 deutlich nach oben geschraubt - jedoch weniger stark als die führenden Wirtschaftsforscher, die mit 2,1 Prozent kalkulieren.

Beschäftigtenzahl steigt auf Rekordniveau

"Es ist vernünftig, auf der sicheren Seite zu bleiben", meinte Gabriel. Wichtig sei es jetzt, in guten Zeiten die Weichen für die Modernisierung des Landes zu stellen und mehr in Infrastruktur, Bildung und Forschung zu investieren. Steuersenkungen nannte er nicht.

Der Arbeitsmarkt ist laut Prognose in exzellenter Verfassung. In diesem Jahr soll die Zahl der Beschäftigten um 300000 und 2016 um weitere 130000 auf das Rekordniveau von 43,1 Millionen Erwerbstätigen steigen. Die Zahl der Arbeitslosen werde auf 2,79 Millionen beziehungsweise 2,77 Millionen sinken.