Ferdinand Piëch

Am 17. April 1937 wird Ferdinand Piëch in Wien als Sohn von Anton Piëch und dessen Frau Louise, einer Tochter von Ferdinand Porsche, geboren.

Im August 1972 wird Piëch Abteilungsleiter bei VW, drei Jahre später Vorstandsmitglied.

Zum 1. Januar 1988 übernimmt Piëch das Amt des Vorstandsvorsitzenden der Audi AG.

Von 1993 bis 2002 ist Piëch schließlich Vorstandsvorsitzender von VW und macht das Unternehmen wieder profitabel.

Seit 2002 bis zum vergangenen Sonnabend leitete Piëch den Aufsichtsrat von Volkswagen.

Dank seiner Herkunft hält Ferdinand Piëch viele Anteile an der Porsche Automobil Holding, die wiederum die Mehrheit an der Volkswagen AG hält. Auf Piëch alleine kommen etwa 14 Prozent der Anteile.

Wolfsburg (dpa) l Auch der stärkste Löwe verliert irgendwann seinen ersten Kampf - und damit auch die Rolle als Chef im Rudel. Ähnlich ist es nun auch Volkswagen-Patriarch Ferdinand Piëch ergangen. Seinen wichtigsten Kampf um das Sagen bei Europas größtem Autobauer hat der 78-Jährige verloren.

Piëch war am Ende nicht mehr zu halten. Am frühen Abend zog das Präsidium die Reißleine und beschloss Piëchs Ausscheiden aus dem Amt. "Die letzten zwei Wochen haben allerdings dazu geführt, dass eine große Verunsicherung bei dem Management und der Belegschaft eingetreten ist. Und wir sahen die Notwendigkeit im Präsidium, diese Verunsicherung und Blockade zu lösen", sagte Piëchs kommissarischer Nachfolger, der frühere IG-Metall-Vorsitzende Berthold Huber, später.

Stundenlang hatte der engste Machtzirkel von VW zuvor auf besonderes Drängen aus Hannover und Wolfsburg in einem Gebäude am Braunschweiger Flughafen konferiert, nach einer anderen Lösung gesucht, ohne Erfolg. Misstrauen prägte die Atmosphäre in der Runde, Piëch soll dabei - anders als je zuvor - auffällig ruhig und defensiv aufgetreten sein. Kein Aufbäumen, kein Kampf beim Löwen Piëch. Nach den Ereignissen der vergangenen Tage sei es ein "Rücktritt mit Ansage" gewesen, nicht nur im Management würden nun "viele durchatmen", heißt es.

Auslöser für das abrupte und wenig schmeichelhafte Ende der Piëch-Ära war dessen wiederholter Versuch, hinter den Kulissen Konzernchef Martin Winterkorn abzusägen. Die Worte, mit denen der Konzern den Rücktritt mitteilt, spiegeln die Dramatik des tagelang auch öffentlich ausgefochtenen Machtkampfes wider. Die sechsköpfige Aufsichtsratsspitze lässt erklären: "Die Mitglieder des Präsidiums haben einvernehmlich festgestellt, dass vor dem Hintergrund der vergangenen Wochen das für eine erfolgreiche Zusammenarbeit notwendige wechselseitige Vertrauen nicht mehr gegeben ist." Keine Rede von "gegenseitigem Einvernehmen", einem Dank für die geleistete Arbeit oder guten Wünschen für die Zukunft.

Doch welche Folgen hat das Drama für den hinter Toyota zweitgrößten Autokonzern der Welt? Piëchs Fußspuren sind nach insgesamt mehr als 22 Jahren an Vorstands- und Aufsichtsratsspitze kaum zu füllen. Weil betonte, das Gremium werde "in Ruhe und Umsicht" einen Nachfolger suchen, Grund zur Eile gebe es nicht. Insider sehen dies anders. Sie erwarten, dass die Suche längst läuft und das Machtvakuum schnell ausgefüllt werden muss. Doch wer könnte die langfristige Ausrichtung von VW überwachen? Jemand Externes - oder am Ende doch Winterkorn? "Wir wollen keine Personaldebatte mit einer anderen ablösen", betonte Weil. Das Vorschlagsrecht hat die Kapitalseite. Aus dessen Umfeld ist zu hören, es solle eine Person aus dem Porsche/Piëch-Clan werden.

Der 67-jährige Winterkorn sieht somit vorerst wie der große Gewinner des historischen Kampfes um das Sagen im Konzern aus. Doch schon in zwei Monaten steht ihm eine Teil-Entmachtung als Vorstandschef bevor. Dann nämlich übernimmt mit dem früheren BMW-Vorstand Herbert Diess ein neuer Mann die Leitung der zentralen Hausmarke Volkswagen-Pkw rund um Golf und Passat.

   

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