Berlin (dapd). Im Bankenprozess hat das Landgericht Berlin den früheren Berlin-Hyp-Vorstandschef und CDU-Politiker Klaus-Rüdiger Landowsky und weitere elf Angeklagte vom Vorwurf der Untreue freigesprochen. In dem 18-monatigen Verfahren hatten alle Angeklagten den Vorwurf bestritten und eine Pflichtverletzung von sich gewiesen. Neben der Verteidigung plädierte auch die Staatsanwaltschaft auf Freispruch.

Hintergrund der Anklage ist die Auflage von riskanten Immobilienfonds in den 90er Jahren, durch die laut Staatsanwaltschaft der damaligen Berliner Bankgesellschaft ein Schaden in zweistelliger Millionenhöhe entstanden sein soll. Die Anklage ging ursprünglich davon aus, dass der Bankgesellschaft dadurch umgerechnet ein Schaden von rund 58 Millionen Euro entstanden sei.

Die Ankläger hatten den Antrag damit begründet, dass sie "aufgrund des unvollständigen Ergebnisses der Beweisaufnahme Freisprüche beantragen müssen". Aus Sicht der Verteidigung war den Angeklagten eine Pflichtverletzung im Zusammenhang mit den umstrittenen Immobilienfonds nicht nachzuweisen.

Landowsky galt als Schlüsselfigur des Bankenskandals, an dessen finanziellen Folgen das Land Berlin bis heute laboriert. Die mehrheitlich landeseigene Bankgesellschaft war dadurch an den Rand des Ruins getrieben worden.

Gerettet werden konnte sie nur durch eine Kapitalspritze aus Steuergeldern von 1,7 Milliarden Euro und eine Landesbürgschaft über 21,6 Milliarden Euro zur Abschirmung von Altrisiken.

Als Folge der Affäre kam es im Sommer 2001 auch zum Bruch der Großen Koalition aus CDU und SPD.