Frankfurt/Main (dpa). Die Machtverhältnisse bei der Deutschen Börse nach einer Fusion mit der NYSE Euronext sind nur bis 2016 festgezurrt. Dann soll der Verwaltungsrat der neuen, noch namenlosen Megabörse von insgesamt 17 auf 12 Personen verkleinert und die zugunsten der Deutschen Börse eingeräumte Proporzregel von 10 zu 7 aufgehoben werden. Das geht aus einem Dokument an die US-Börsenaufsicht SEC hervor. Die Amtszeit der einfachen Gremiumsmitglieder endet mit der Hauptversammlung 2015, während die des Vorstandschefs Duncan Niederauer von der NYSE Euronext und des Verwaltungsratschefs Reto Francioni von der Deutschen Börse noch bis zum Aktionärstreffen 2016 laufen solle.

In der vergangenen Woche und auch an diesem Dienstag war bei der Bekanntgabe der Fusionsvereinbarung per Aktientausch gesagt worden, dass es sich um einen Zusammenschluss auf Augenhöhe handele, bei der die Aktionäre der vergleichsweise gewichtigeren Deutschen Börse aber 60 Prozent am Gemeinschaftsunternehmen erhalten sollen. Zudem, so hatten Vorstandschef Reto Francioni und Aufsichtsratschef Manfred Gentz betont, werde die Position des deutschen Konzerns und des Finanzplatzes Frankfurt gesichert, indem die Deutsche Börse mit 10 Personen die Mehrheit im Verwaltungsrat stellen soll. Allerdings gibt es Widerstände bei Politik und Aufsichtsbehörden. Aktionäre der NYSE fühlen sich benachteiligt und haben erste Klagen eingereicht.