Angesichts eisiger Temperaturen hätte es auf dem Arbeitsmarkt im Februar schlechter aussehen können. Doch das, was auf Baustellen noch nicht angepackt werden konnte, wurde in anderen Sparten der Wirtschaft ausgeglichen. In Sachsen-Anhalt stagnierte die Arbeitslosenquote bei 13 Prozent.

Magdeburg. "Die Arbeitskräftenachfrage entwickelt sich positiv, daran hapert es in Sachsen-Anhalt nicht", sagte gestern Kay Senius, Chef der Regionaldirektion Sachsen-Anhalt-Thüringen, beim Pressegespräch in Magdeburg. Im Februar waren 156 700 Frauen und Männer arbeitslos gemeldet, 400 weniger als im Januar und 19 100 weniger als im Vorjahr.

Neben der registrierten Arbeitslosigkeit ist auch die Unterbeschäftigung gesunken. Im Februar wurden 50 100 zuvor Arbeitslose mit verschiedenen arbeitsmarktpolitischen Instrumenten gefördert. Das waren 6000 weniger als vor einem Jahr. Weitere 7600 Frauen und Männer fehlen in der Statistik, weil sie vorruhestandsähnliche Regelungen in Anspruch nehmen oder im Februar krankgeschrieben waren. Die Unterbeschäftigung liegt somit bei 214 400 Personen, das sind rund 27 000 weniger als vor einem Jahr. Die Unterbeschäftigungsquote beträgt nunmehr 17,4 Prozent.

Wirtschaftlich bedingte Kurzarbeit stütze nach wie vor den Arbeitsmarkt, stellte Senius fest, sie gehe aber weiter zurück. Hatten vor der Krise rund 500 Arbeitnehmer konjunkturelles Kurzarbeitergeld erhalten, so waren es auf dem Höhepunkt im Mai 2009 fast 25 000. Bis Ende 2010 wurde der Bestand auf 5900 Kurzarbeiter abgebaut.

Senius glaubt, dass sich der Arbeitsmarkt in den nächsten Monaten weiter positiv entwickeln wird. Konjunkturprognosen und Unternehmensumfragen zu Aufträgen, Umsätzen und Geschäftserwartungen ließen darauf schließen. Außerdem würden die Demografie und die Frühjahrsbelebung dazu beitragen.

An den über 50-jährigen Arbeitslosen ist der Aufschwung allerdings bisher vorbeigegangen. Jeder dritte Arbeitslose gehört zur Gruppe 50plus. Senius und der Magdeburger Arbeitsagenturchef Matthias Kaschte sehen den Ausweg nicht darin, mit Beschäftigungsprogrammen Marktersatz zu schaffen. Der Ansatz müsse eine intensive Beratung sein, damit Unternehmen ihre älteren Beschäftigten halten. Sie sollten die Lebenserfahrung, Qualifikation und das Know-how der Älteren nutzen. Da auch weniger junge Fachleute nachwachsen, sei das unverzichtbar, betonte Kaschte.

Er stellte in seinem Wirkungskreis eine verstärkte Arbeitskräfte-Nachfrage im Handel sowie Kfz-Handel und -Gewerbe und im Dienstleistungssektor fest. Auch Baufirmen sähen sich unter anderem für vorbereitende Baustellenarbeiten derzeit nach Personal um. Profitiert hätten auch viele Langzeitarbeitslose. "Wir haben jetzt weniger Leute in der Grundsicherung", betonte Kaschte.