Magdeburg. Die Investitionsbank Sachsen-Anhalt (IB) blickt auf ein erfolgreiches Geschäftsjahr 2010 zurück. "Die IB hat in einem schwierigen Umfeld bewiesen, dass sie vom Markt angenommen wurde und aus den Kinderschuhen heraus ist", sagte Sachsen-Anhalts Finanzminsiter Jens Bullerjahn (SB) am Dienstagabend bei der Vorstellung des Geschäftsberichts der Förderbank in Magdeburg. Die Bank sei als "strategischer Partner des Landes" gefragt und gefordert worden, fügte Bullerjahn, der auch Vorsitzender des IB-Verwaltungsrates ist, hinzu. "Das Modell Investitionsbank hat sich bewährt. Die IB hat ihre Rolle als zentrale Förderbank des Landes gestärkt."

Die Investitionsbank mit derzeit mehr als 300 Mitarbeitern war 2004 aus dem Landesförderinstitut (LFI) hervorgegangen und agiert als "Anstalt in der Anstalt" unter dem Dach der Norddeutschen Landesbank (Nord/LB), die auch Landesbank für Sachsen-Anhalt ist. Durch die Gewährträgerhaftung des Landes und der Einbringung des Wohnungsbauvermögens des Landes in Höhe von rund 100 Millionen Euro kann sich die IB am Kapitalmarkt refinanzieren und auch eigene Finanzprogramme auflegen. Als einzige deutsche Förderbank vergibt die IB unter anderem Darlehen im Direktgeschäft. Förderschwerpunkte sind die Bereiche Wirtschaft, Kommunales, Wohnungsbau, Agrar und Medien.

Überschuss von 3,9 Millionen Euro

Das vergangene Jahr schloss die IB bei einer Bilanzsumme von 1,6 Milliarden Euro (plus 15,8 Prozent) mit einem Überschuss von 3,9 Millionen Euro (Vorjahr 2,25 Millionen Euro) ab. Nord/LB-Vorstand Hinrich Holm würdigte in diesem Zusammenhang die Entwicklung der IB von einer reinen Fördereinrichtung zu einer Förderbank mit eigenen Produkten und eigenständigem Agieren an den Finanzplätzen. "Die IB hat sich als effizientes Institut zur Umsetzung und Weiterentwicklung der Förderszenarien des Landes etabliert", betonte Holm. Die Bank habe sich im Laufe der Zeit zu einer "festen Anlaufstelle für Unternehmer, Banken, Kommunen sowie Bürger entwickelt. Das Land Sachsen-Anhalt verfüge mit der IB über eine "sehr effizient arbeitende Institution, die insbesondere die hiesige Wirtschaft ganz wesentlich unterstützt", fügte Holm hinzu.

Perspektivisch werde die IB immer mehr die Rolle eines wichtigen Beraters im Land übernehmen, indem sie aus demografischen, technisch-innovativen, ökologischen und standortpolitischen Veränderungen entsprechende Schlussfolgerungen für die Förderpraxis ableite. "Hierbei steht die Entwicklung von innovativen Darlehens- und Zuschussprodukten vor dem Hintergrund der Wettbewerbsneutralität der IB im Fokus", blickte der Nord/LB-Vorstand voraus.

Sehr gut angenommen von der Wirtschaft wird nach den Worten des Sprechers der Geschäftsführung der IB, Manfred Maas, der KMU-Darlehensfonds. Dieser dient insbesondere der Unterstützung kleiner und mittlerer Unternehmen. Die Unternehmen hätten die Förderkredite – in der Krise vor allem für die auftragsvorfinanzierung, nach der Krise für Betriebsmittelfinanzierungen – bisher intensiv genutzt, sagte Maas. Von insgesamt 237 Millionen Euro seien bisher 200 Millionen Euro zugesagt worden. Federführend eingebunden ist die IB zudem in die hiesige Umsetzung des Konjunkturprogramms II und in das kommunale Schuldenentlastungsprogramm.

Im Bereich der Investitionsförderung lägen bei der IB mehr als 300 Förderanträge über ein Gesamtinvestitionsvolumen in Sachsen-Anhalt von rund drei Milliarden Euro vor. An der Spitze liegen den Angaben zufolge die Branchen Metallerzeugung und -bearbeitung, Dienstleistungen für Unternehmen sowie Chemie und Maschinenbau.

 

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