Potsdam (dpa). Die bundesweit rund 700000 Beschäftigten des Bauhauptgewerbes erhalten voraussichtlich mehr Lohn. Mit diesem Ergebnis endete am Donnerstagmorgen in Potsdam die Schlichtung im Tarifkonflikt. Demnach könnten zum 1. Mai die Entgelte im Westen um 3 Prozent steigen und zum 1. Juni 2012 um 2,3 Prozent. Im Osten soll es von Juni an 3,4 Prozent und ab 1. August 2012 schließlich 2,9 Prozent mehr geben. Die Verhandlungsführer haben eine Erklärungsfrist bis 28. April.

Der Schlichter und ehemalige Bundeswirtschaftsminister Wolfgang Clement betonte, es sei kompliziert gewesen, zu einem Ergebnis zu kommen. "Es ist ein Kompromiss", stellte er klar. Doch angesichts der komplizierten Strukturen im Bauhauptgewerbe in Ost und West sei er froh, dass eine Einigung für alle zustande gekommen sei.

Der Verhandlungsführer der Arbeitgeber und Vizepräsident des Hauptverbandes der Deutschen Bauindustrie, Klaus Hering, sagte: "Es ist ein schwerer Weg gewesen und das Ergebnis erfreut nicht alle." Doch das sei normal. Entscheidend sei aber die weitere Annäherung von Ost- und Westtarifen.

IG-BAU-Verhandlungsführer Dietmar Schäfers betonte, am Ende konnte eine ordentliche Lohnerhöhung für Ost und West vereinbart werden. Die Gewerkschaft hatte ursprünglich 5,9 Prozent mehr Geld gefordert.