Frankfurt/Main (dpa). Die Lokführergewerkschaft GDL will die Konkurrenten der Deutschen Bahn (DB) von dieser Woche an häufiger und möglicherweise auch länger als bisher bestreiken. Am Sonnabendmorgen endete ein weiterer 48-Stunden-Streik bei fünf großen regionalen Wettbewerbern der Bahn, der bundesweit zu Verzögerungen und Zugausfällen geführt hat. Die Beteiligung lag insgesamt bei rund 70 Prozent, sagte eine GDL-Sprecherin. Dennoch ist bisher keine Bewegung in dem Tarifkonflikt zu erkennen.

Einen unbefristeten Streik plane die GDL bisher nicht, sagte eine Gewerkschaftssprecherin. Anbietern, die ihre Lokführer deutlich schlechter als die DB bezahlen, biete die Gewerkschaft einen Stufenplan zur Anhebung des Lohnniveaus an. Die GDL will auf Basis der am Freitag erzielten Einigung mit der DB einen Branchentarifvertrag für alle Lokführer in Deutschland durchsetzen.

Bestreikt werden die fünf Bahn-Unternehmen Abellio, Netinera (früher Arriva), Benex, Veolia und Hessische Landesbahn sowie deren Töchter. Nur mit Keolis (Eurobahn) konnte sich die GDL annähern.

Eine Sprecherin der Hessischen Landesbahn sagte, während des jüngsten Streiks seien trotz der Arbeitsniederlegungen etwa 65 Prozent der Züge gefahren. Man sei aber zu Gesprächen bereit.

Die GDL muss mit den Bahnunternehmen einzeln Tarifverträge aushandeln, nachdem sich die Verhandlungsgemeinschaft der "Großen Sechs" aufgelöst hatte.

Das neue Tarifpaket bei der Deutschen Bahn umfasst neben einem Einkommensplus von 2,0 Prozent nach GDL-Angaben auch einen Kündigungsschutz und Verbesserungen bei einigen Zulagen der Lokführer. Das Lohnplus gilt rückwirkend zum 1. Januar. Die Laufzeit des Vertrages beträgt 18 Monate.