Frankfurt/Main (dpa). Die US-Banken haben es vorgemacht – morgen dürfte die Deutsche Bank folgen: Alles andere als ein Milliardengewinn der größten deutschen Bank im ersten Quartal 2010 wäre eine Überraschung, da sind sich die Experten einig.

Zehn von der Finanznachrichten-Agentur dpa-AFX befragte Analysten rechnen im Schnitt mit einem Überschuss von rund 1,4 (Vorjahresquartal: 1,2) Milliarden Euro. Der Vorsteuergewinn dürfte sich auf gut 2,0 (1,8) Milliarden Euro erhöht haben.

Die Erträge schätzen die Fachleute auf gut 7,73 (7,2) Milliarden Euro. In den ersten drei Monaten dieses Jahres dürfte die Deutsche Bank davon profitiert haben, dass der Markt für Emissionen wieder anzog, die Volumina wieder größer wurden und Investoren wieder zu mehr Risiko bereit waren. Traditionell stark ist der Frankfurter Dax-Konzern im Boomgeschäft Anleihen.

Auch bei den US-Großbanken lief vor allem das Geschäft mit Anleihen, über die sich Staaten und Unternehmen frisches Geld am Kapitalmarkt besorgen, blendend. Die Institute vermeldeten durch die Bank Milliardengewinne für das erste Quartal: Citigroup (4,4 Mrd. US Dollar), JP Morgan und Goldman Sachs (je 3,3 Mrd. Dollar), Bank of America (2,8 Mrd. Dollar), Wells Fargo (2,4 Mrd. Dollar), Morgan Stanley schaffte 1,4 Milliarden Dollar.

Im Auftaktquartal 2009 hatte ausgerechnet das viel gescholtene Investmentbanking die Deutsche Bank zurück in die schwarzen Zahlen geführt. Der rege Handel mit Anleihen, Währungen und Rohstoffen ließ den heimischen Branchenprimus seinerzeit sogar sein ehrgeiziges Renditeziel von 25 Prozent erreichen.