Magdeburg. 10 Milliarden Euro aus dem KfW-Sonderprogramm sind bisher effektiv in die Wirtschaft geflossen. Darüber berichtete gestern KfW-Presserefernt Holger Schwabe. Mit dem KfW-Infobus "Konjunktur auf Tour 2010" stand er gestern auf dem Alten Markt in Magdeburg. 20 Städte werden in dieser zweiten Kampagne angesteuert.

40 Milliarden Euro hatte die Bundesregierung in das KfW-Sonderprogramm gesteckt, damit Unternehmen und Freiberufler die Wirtschaftskrise und die Phase des beginnenden Aufschwungs besser meistern können. Es richtet sich an Firmen, die vor Beginn der Krise keine wirtschaftlichen Schwierigkeiten hatten, und ist zunächst bis Ende 2010 angelegt.

95 Prozent der Kreditmittel seien bisher an kleine und mittlere Unternehmen gegangen, berichtete Schwabe. Das Sonderprogramm habe sich als passgenau gerade für die kleineren Firmen erwiesen. Während Großunternehmen offenbar andere Finanzierungsmöglichkeiten nutzen konnten, habe die Haftungsfreistellung den kleinen und mittleren Unternehmen den Zugang zu Krediten erheblich erleichtert. Die KfW-Mittelstandsbank übernimmt einen Großteil des Ausfallrisikos.

Laut Schwabe wurden bisher 70 Prozent der Gelder aus dem Sonderprogramm dafür verwendet, die laufenden Betriebsausgaben zu bestreiten. Den Mittelabfluss nach Sachsen-Anhalt bezeichnete er als "sehr übersichtlich": Im Förderschwerpunkt Gründung und allgemeine Investitionen wurden in Sachsen-Anhalt 36 Millionen Euro ausgereicht. Das war etwas mehr als im Saarland (30 Mio. Euro) und mehr als doppelt soviel wie in Brandenburg (16 Mio. Euro). Die dicksten Stücke vom Kuchen haben sich Baden-Württemberg (1,778 Milliarden Euro) und Nordrhein-Westfalen (1,124 Mrd. Euro) abgeschnitten. "Wo viel Industrie vorhanden ist, da ist auch der Bedarf größer", kommentierte Schwabe.

Aus den verschiedenen Programmen der KfW-Mittelstandsbank sind im vergangenen Jahr insgesamt 503 Millionen Euro an Unternehmen und Freiberufler in Sachsen-Anhalt geflossen. Den größten Brocken machen mit 322 Millionen Euro Umweltinvestitionen (erneuerbare Energien und Energieeffizienz) aus. Mit dem Schwerpunkt Gründung und allgemeine Investitionen wurden insgesamt 179 Millionen ausgereicht. Für Innovation flossen dagegen nur 2 Millionen Euro.