München (dpa). Besser kann es für die deutsche Wirtschaft zum Jahresbeginn kaum laufen: Nach dem Schub durch das glänzende Weihnachtsgeschäft für die Einzelhändler nimmt jetzt die Industrie als Herzstück der Wirtschaft wieder Fahrt auf und macht Hoffnungen auf kräftiges Wachstum im ersten Quartal. "Der Aufschwung geht weiter und ist auch durch konkrete Daten unterfüttert", sagt Konjunkturexperte Klaus Abberger vom Münchner ifo-Institut für Wirtschaftsforschung. Und auch Postbank-Experte Thilo Heidrich ist voller Zuversicht: "In der Summe stehen die Zeichen in der deutschen Wirtschaft weiter sehr gut."

Im Januar erreichte der ifo-Index mit 110,3 Punkten eine Bestmarke seit der Wiedervereinigung – zum wiederholten Male und gegen alle Erwartungen der Volkswirte. Seit Monaten reiben sich die Experten bei der Bekanntgabe des wichtigsten deutschen Frühindikators regelmäßig verwundert die Augen: Es geht tatsächlich noch weiter aufwärts? Ja, es geht, und das, obwohl es durchaus Risiken für die Weltwirtschaft gibt: Die Schuldenkrise in der EU beispielsweise oder ein massiver Konjunktureinbruch in den wichtigen Schwellenländern, allen voran China.

Die deutschen Unternehmen lassen sich davon aber weiter nicht bange machen, im Gegenteil. Die Auftragspolster werden dicker und auch die Auslastung der Maschinen hat wieder ein gutes Niveau erreicht. Für die Industrie sei gerade das ein ganz wichtiges Signal, sagt ifo-Experte Abberger. "Das spiegelt sich auch bei den Personalplanungen wider. Mit der gestiegenen Auslastung wollen die Unternehmen wieder mehr Leute einstellen."

So ganz sollten sich die Unternehmen aber nicht über die Gefahren hinwegtäuschen lassen, mahnen die Konjunkturexperten. Schuldenkrise und Inflationsgefahren seien nicht aus der Welt und hätten etwa an den Finanzmärkten die deutsche Konjunktur bereits in den Hintergrund gedrängt, erklärt beispielsweise Jens-Oliver Niklasch von der Landesbank Baden-Württemberg.

Die hohen Rohstoff- und Ölpreise könnten mancher Branche wie der Automobilindustrie im Jahresverlauf noch stärker zu schaffen machen, sagt Abberger. Auch steigende Energiekosten und Lebensmittelpreise könnten auf die Kauflaune der Verbraucher drücken.