Das Jahr 2013 werden die Anwohner der Neuen Schleuse in Niegripp nicht vergessen. Nach einem Dammbruch wurden ihre Grundstücke im Sommer durch das Elbe-Hochwasser überflutet. In der Gewissheit "mit einem blauen Auge davongekommen" zu sein, blicken die Familien Rademacher und Hesse aber optimistisch ins neue Jahr.

Niegripp l Als von der Elbeflut geschädigte Hauseigentümer haben die beiden Niegripper Familien in den letzten Monaten viel Anteilnahme erlebt. "Es war Wahnsinn", sagt Daniel Rademacher (44). Sein Nachbar Patrick Hesse (41) spricht von "extremer Hilfsbereitschaft". Diese ist auch in Euro und Cent zu beziffern: Seitens der Stadt Burg konnten 33 800 Euro (Spendenmittel und Soforthilfe des Landes) an zwölf Flut-Betroffene innerhalb der Einheitsgemeinde Stadt Burg ausgezahlt werden. Knapp die Hälfte ging an die drei Hauptbetroffenen an der Neuen Schleuse Niegripp. Weitere Unterstützung für sie kam aus der Ortschaft Niegripp, von Firmen aus der Region, von Kollegen und Freunden, der Versicherung (Familie Rademacher) sowie der Investitionsbank (Familie Hesse), so dass die Häuser der Familien Rademacher und Hesse inzwischen komplett wieder bewohnbar sind. Das Weihnachtsfest konnten sie nach stressigen Monaten sogar genießen.

Am 9. Juni hatte das Elbe-Hochwasser zuerst den Deich bei Hohenwarthe-Waldschänke überspült, dann einen alten Eisenbahndamm durchbrochen und sich einen Weg in den tiefer gelegenen Elbe-Havel-Kanal gesucht. Die Verbindungsstraße Niegripp-Hohenwarthe wurde dabei zerstört.

Mehrere Stunden stand das Wasser etwa 30 Zentimeter hoch in den Häusern an der Neuen Schleuse. Daniel Rademacher zählt auf, was nach der Überflutung unter anderem erneuert werden musste: Estrich, Fußböden, Heizung, Elektrik... "Es war quasi eine Komplettsanierung des Erdgeschosses", bringt es Patrick Hesse auf den Punkt. An beiden Häusern beläuft sich die Schadenssumme auf jeweils etwa 30 000 Euro. Nicht mitgerechnet die Arbeitsleistung, die die Familien nach der Überflutung erbracht haben, "denn es sollte ja alles möglichst schnell wieder ins Lot kommen", so Daniel Rademacher. Auch das monatelange "provisorische Leben" auf einer Baustelle und mit Dixi-Klo war eine Herausforderung. "Doch das ist jetzt abgehakt wie das alte Jahr", erklärt Patrick Hesse. Was bleibt, ist die Dankbarkeit gegenüber allen, die in der Not geholfen haben. Auch die Stadt Burg und Versorgungsunternehmen sparen die beiden Familien nicht aus. Für 2014 wünschen sich die Bewohner der alten Schleusenwärterhäuschen: sichere Deiche und Dämme. Und nach den Häusern sollen 2014 auch die Grundstücke wieder schmuck werden.