Hinter der Gemeinde Biederitz liegt ein anstrengendes Jahr. Das Hochwasser vom Juni bestimmte über viele Wochen die Arbeit der Gemeindeverwaltung und brachte auch die Bürger aus dem Tritt. Das ist das Fazit von Bürgermeister Kay Gericke (SPD) bei einem Gespräch mit der Volksstimme, das Thomas Rauwald mit ihm führte.

Volksstimme: Herr Bürgermeister, wie das Hochwasserjahr 2002 wird auch das vergangene Jahr den Bürgern der Gemeinde Biederitz prägend in Erinnerung bleiben. Und Ihnen sicher ebenso, oder?

Kay Gericke: Daran besteht kein Zweifel. Schließlich ist es mein erstes dermaßen dramatisches Hochwasser als Bürgermeister gewesen. Aber ich denke, wir haben das alles insgesamt sehr gut und mit Bedacht bewältigt. Allen, die geholfen haben, gilt noch einmal mein großer Dank. In Biederitz und Gerwisch ist Tolles geleistet worden.

Volksstimme: Nur gut, dass wenige Monate vor den dramatischen Tagen der neue Deich in Biederitz fertig wurde ...

Kay Gericke: ... was den Ort und seine Bürger vor gewaltigen Schäden bewahrt hat. Man könnte fast meinen, es sei Fügung gewesen, dass nach mehr als zehn Jahren Vorbereitung, Planung und Bau just kurz vor einem erneuten Jahrhunderthochwasser der Schutzwall fertig geworden war. Die Gemeinde hatte das Ereignis im Frühjahr mit einem großen Fest gebührend gefeiert, ohne zu ahnen, dass nur ein paar Wochen später tausende Tonnen von Sand und hunderte Menschen nötig sein würden, um den neuen Deich um rund einen Meter zu erhöhen. Auch in Gerwisch ist der Deich am Domblick mit Bravour verteidigt worden. Aber solche Anstrengungen braucht man wahrlich nicht alle Jahre.

Volksstimme: Ist nun alles wieder im Lot?

Kay Gericke: Im Groben ja. Die Verwaltung hatte unmittelbar nach der Flut viel Arbeit mit der Aufnahme der Schäden an der Infrastruktur. Alles musste aufgelistet und finanziell bewertet werden, damit die Schäden so schnell wie möglich beseitigt werden können. Doch manches wird sich wohl noch recht lange hinziehen. Überdies gehen wir davon aus, dass die Schadensbeseitigung finanziell voll gefördert wird.

Volksstimme: Für 350000 Euro, davon 220 000 Euro aus der Gemeindekasse hat Biederitz ein neues Ortsgemeinschaftshaus bekommen. Was gab es sonst noch Neues in der Gemeinde?

Kay Gericke: Viel war wegen der angespannten finanziellen Lage nicht mehr drin. Dennoch ist es endlich gelungen, die Zufahrt zur Gerwischer Kita Sonnenschein in Ordnung zu bringen. Das war unbedingt notwendig. Im Biederitzer Jugendzentrum Alte Seilerei wurde das Dach einer Halle saniert. Begonnen wurde in Woltersdorf mit der Schaffung von Schulungs- und Sozialräumen für die freiwillige Feuerwehr. Auf dem Woltersdorfer Friedhof sind Sanierungsarbeiten vorgenommen worden. In Königsborn gab es für einige Straßen neue Beleuchtung. Planungstechnisch sind in Gerwisch und Biederitz Wohnbauvorhaben und der Bau eines Seniorenheimes auf den Weg gebracht worden. Für den Bau einer neuen Kinderkrippe wurden in Biederitz Vorarbeiten geleistet.

Volksstimme: Der Kita-Bau ist das größte Vorhaben in diesem Jahr?

Kay Gericke: Ja. Auf jeden Fall. In der neuen, modernen Gebäude für rund 1,6 Millionen Euro sollen rund 60 Kinder, überwiegend im Krippenalter, Platz finden. Die Gemeinde muss zur Finanzierung einen Kredit in Höhe einer halben Million Euro aufnehmen. Die Kita entsteht hinter der Biederitzer Mehrzweckhalle.

Volksstimme: Gibt es einen konkreten Zeitplan?

Kay Gericke: Derzeit werden erste Erschließungsarbeiten ausgeführt. Wir wollen, dass im April der erste symbolische Spatenstich gesetzt wird. Wenn alles ohne Probleme läuft, könnte der Bau zum Jahresende fertig sein.

Volksstimme: Was steht 2014 noch auf der Agenda?

Kay Gericke: Wir wollen nun endlich den Schulhof der Biederitzer Grundschule in Schuss bringen. Das ist schon viele Jahre immer wieder verschoben worden. In Gerwisch wird die Trauerhalle saniert. In Heyrothsberge soll ein Spielplatz entstehen. Die Gartenstraße in Gerwisch wird saniert. Und natürlich arbeiten wir an der Beseitigung der Flutschäden. Für die Biederitzer Feuerwehr sollen zwei Garagen gebaut werden.

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