Gommern l Einer der größten Arbeitgeber in der Einheitsgemeinde schließt: Voith-Turbo wird zum 30. September den Standort Gommern verlassen. Auch Nachfrage der Volksstimme bestätigte das auch Dirk Böckenhoff, ein Sprecher des Unternehmens. 120 Mitarbeiter sind zurzeit in dem Werk beschäftigt.

Bereits am 9. Januar seien Betriebsrat und Belegschaft über den Entschluss informiert wurden. Grund seien die veränderten wirtschaftlichen Bedingungen. Dirk Böckenhoff: "Die Gründe für die Schließung liegen auch in der Marktentwicklung im Bereich Turbokupplungen und Metallbearbeitung. Der Standort Gommern ist auf standardisierte Zulieferprodukte für diesen Markt ausgerichtet." Die Marktaussichten haben sich deutlich verschlechtert, erklärte er weiter. "Wir verzeichnen bereits seit Längerem einen Rückgang der Nachfrage. Der Standort ist zu klein, um unter diesen veränderten Bedingungen dauerhaft zu bestehen."

Die Auftragsfertigung soll nun an größere Voith Turbo Standorte verlagert werden.

"Ursprünglich war der Standort Gommern im Jahr 2006 übernommen worden, um ein tragfähiges Geschäftsmodell für die Entwicklung und Fertigung sowie Vermarktung von innovativen Abgasturboladern für Lkw zu entwickeln", berichtete Dirk Böckenhoff. "Allerdings hat sich die Nachfrage nach diesen Geräten nicht so entwickelt wie Voith Turbo dies zu Beginn der Investition geplant hatte", fügte er an. "Wir haben darauf reagiert und den Standort zunächst in den Fertigungsverbund von Voith Turbo aufgenommen."

Dort seien insbesondere Komponenten für die Zulieferindustrie gefertigt worden beziehungsweise direkt Komponenten für Fahrzeuge hergestellt worden, sagte der Sprecher.

Offenbar hat auch das nicht gereicht, um den Standort zu halten.

Das Unternehmen bedauere, dass 120 Mitarbeiter von der Schließung betroffen sind. "Wir werden den Schritt ausgewogen für die Mitarbeiter umsetzen", verspricht Böckenhoff.

Die Betriebsführung habe auch das Gespräch mit Gommerns Bürgermeister Jens Hünerbein gesucht und über das Vorhaben informiert. Der reagierte betroffen.

"Die Nachricht hat uns erschüttert", sagte er. "Wir sind mit der Betriebsführung als auch mit dem Land im Gespräch um dort auch wieder Leben einziehen zu lassen", sagte er. Der Verlust der Arbeitsplätze schmerze sehr, betonte Hünerbein.

Er nutze seine Netzwerke, um neue Beschäftigungsmöglichkeiten für die Mitarbeiter zu finden. "Ich habe leider nicht die Möglichkeit, 120 Leute in Lohn und Brot zu bekommen", sagte er. Voith äußerte sich zu etwaigen Sozialplänen für die Mitarbeiter nicht und verwies auf die Verhandlungen mit den Arbeitnehmervertretern.

Einem Verkauf der Geschäftsaktivitäten stünde Voith offen gegenüber: "Ein Verkauf ist dann möglich, wenn ein Interessent mit einem tragfähigen wirtschaftlichen Konzept an uns herantritt", sagte Böckenhoff.

Anderenfalls werde Gebäude und Grundstück nach Schließung verwertet. Der Rückzug steht für Voith fest.