Das Stadtrichterhaus von Möckern ist verkauft worden. Ein Möckeraner will das historische Gebäude zu neuem Leben erwecken. Auch das leerstehende Haus am "Markt 1" neben dem Rathaus von Möckern hat der Unternehmer erworben.

Möckern l Lange standen die beiden Gebäude in bester Möckeraner Innenstadtlage leer. Ebenfalls lange zog sich der Verkauf der Immobilien hin, wegen Formalitäten, heißt es. Um beide Häuser hatten sich nach Aussage von Stadtbürgermeister Frank von Holly je zwei Interessenten bemüht. Den Zuschlag erhielt nun der Möckeraner Versicherungskaufmann Michael Otte.

"Das Stadtrichterhaus wird wohl leider noch bis zum Jahr 2015 warten müssen."

Michael Otte, Investor

Er will in beiden Gebäuden Wohnungen errichten. "Im Stadtrichterhaus könnten es wahrscheinlich vier Wohnungen werden, in dem Haus am Markt 1 vielleicht sogar sechs", stellt Otte seine Pläne im Volksstimme-Gespräch vor. Begonnen wird voraussichtlich mit dem grünen Gebäude am Möckeraner Rathaus. Denn hier, so hat Michael Otte festgestellt, herrscht dringender Handlungsbedarf wegen des maroden Daches. "Da wird das Stadtrichterhaus wohl noch einmal bis 2015 warten müssen", bedauert es auch Otte selbst.

Möglicherweise kann der Unternehmer, der in jüngerer Vergangenheit auch das Haus neben der Polizeistation gekauft und saniert hatte, auf Gelder aus dem Stadtsanierungsprogramm hoffen. Das Finanzierungsprogramm ist zwar prinipiell ausgelaufen, es soll aber noch Geld für private Bau- und Sanierungsvorhaben im Innenstadtgebiet da sein. Darauf hatte die Stadtverwaltung in den vergangenen Monaten hingewiesen.

"Ich denke, dass die Immobilien bei Herrn Otte in guten Händen gelandet sind", gab sich auf Nachfrage Möckerns Stadtbürgermeister Frank von Holly optimistisch.

"Ich denke, dass die Immobilien bei Herrn Otte in guten Händen gelandet sind."

Frank von Holly, Bürgermeister

Um das aus dem 17. Jahrhundert stammenden Stadtrichterhaus hatte es jahrzehntelang Überlegungen und Diskussionen gegeben. Den strengen Auflagen des Denkmalschutzes sei es zu "verdanken" gewesen, dass interessierte Investoren schon vor Jahren kopfschüttelnd Abstand nahmen. Im Jahr 2010 hatten der Ortschaftsrat und die Stadtverwaltung die Immobilie ausgeschrieben und ein schlüssiges Konzept an den Verkauf der Immobilie geknüpft. Das Konzept eines Investorenteams, welches auf dem Gelände ein Seniorengerechtes Wohnen errichten wollte, fiel im Jahr 2011 beim Ortschaftsrat durch.

In den vergangenen Jahren wurde zunehmend befürchtet, dass das Stadtrichterhaus im ursprünglichen Zustand gar nicht mehr zu halten sei. Das sieht Michael Otto aber nicht so: "Die Bausubstanz ist gar nicht so schlecht."

Das Möckeraner Stadtrichterhaus wurde im Jahr 1670 als Fachwerkhaus auf dem Gutshof des Gustav Adolph von Barby errichtet. In den Jahren 1945 bis 1987 wurde das Gebäude als Krankenhaus, Entbindungsstation und Altenpflegeheim betrieben. Laut Angaben der Möckeraner Stadtverwaltung erfolgte die Öffnung der Stadtmauer erst zu Beginn des 20. Jahrhunderts.

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