Am 25. Mai werden in der Einheitsgemeinde Möckern die Ortschaftsräte und die Stadträte neu gewählt. Bislang sind dem Stadtwahlleiter Holger Maier aber gerademal fünf Einzelbewerber für die Ortschaften bekannt. Dennoch ist Maier zuversichtlich.

Möckern l Wenn am kommenden Sonntag Wahl wäre, dann könnte Holger Maier die ganze Sache sofort wieder abblasen. Denn nach aktuellem Stand gibt es für die 28 Stühle im neuen Stadtrat nicht einen Bewerber und für die 27 Ortschaftsgremien gerade mal fünf. "In Hobeck haben sich bislang drei Einzelbewerber aufgestellt, und je einer in Krüssau und Drewitz", erklärt der Hauptamtsleiter in Möckerns Stadtverwaltung. Für diese Angaben muss Maier nicht einmal in seine Unterlagen blicken - 80 Tage vor den Kommunalwahlen ist die Angelegenheit doch noch sehr überschaubar. Acht fast leere Ordner reihen sich auf einem Schrank aneinander. In den vier rot markierten kommen die Unterlagen für die Ortschaftsratsbewerber und in die gelben die der Stadtratskandidaten. Mit der Auswahl der Farben folgt man im Wahlamt den Farbgebungen der Stimmzettel, wie sie die Wähler am Wahlsonntag auch in den Händen halten.

193 Plätze sind in den Ortschaftsräten der 27 Ortschaften zu besetzen und 28 im Stadtrat. Nervös ist Wahlleiter Maier angesichts der derzeitigen Passivität der passiv Wahlberechtigten in der Einheitsgemeinde nicht: "Ich weiß, dass in fast allen Orten Vorbereitungen laufen und auch die Parteien derzeit ihre Kandidatenlisten für den Stadtrat erarbeiten. Und etwas Zeit ist ja auch noch."

Hilfe für "Wahlneulinge"

Doch gerade die "Neulinge", die das erste Mal von ihrem passiven Wahlrecht Gebrauch machen wollen, und sich der Wahl stellen, sollten genügend Zeit einplanen. Denn es gibt ein paar Dinge zu beachten. Wichtige Hinweise bietet der Internetauftritt der Stadtverwaltung. Und auch das Hauptamt selbst hilft allen Bewerbern.

Mag die Anmeldung und das Ausfüllen der Formulare besonders bei Einzelbewerbern relativ schnell gehen, so benötigt das Wahlamt der Verwaltung dennoch etwas Zeit, etwa um die abgegebenen Unterstützerunterschriften zu überprüfen.

Wer erstmals als Einzelbewerber für den Ortschaftsrat antritt, muss je nach Einwohnerzahl in seinem Ort zwischen zwei und 27 Unterstützer- unterschriften vorweisen. Die dürfen dann nicht noch einen anderen Kandidaten mit ihrer Unterschrift unterstützen. So will es das Wahlgesetz.

Als Einzelbewerber für den Stadtrat zu kandidieren macht kaum Sinn, weil man nur Stimmen aus seinem eigenen Wahlbereich bekommt. Hier empfiehlt es sich, sich um einen Listenplatz der etablierten Parteien oder Wählergemeinschaften zu bemühen.

Auch Kandidaten, die sich in einer Wählergemeinschaft aufstellen lassen wollen, sollten nicht bis zum letzten Moment warten. Wählergemeinschaften bieten sich an, wenn mehrere Bewerber mit den selben Zielen antreten, es gibt sie in vielen Ortschaften. Vorteil kann sein, dass - falls ein gewähltes Ortschaftsratsmitglied ausscheidet - ein Nachrücker der Wählergemeinschaft in den Rat aufrückt. Nachteil kann sein, dass ein besonders beliebter Kandidat auf dem Wahlvorschlag der Wählergemeinschaft so viele Stimmen auf sich vereint, dass diese einem anderen Bewerber auf der Liste fehlen und nachher im Rat ein Platz frei ist.

Nötig ist für die Bildung einer Wählergemeinschaft eine Wahlveranstaltung mit geheimer Wahl und einer Festlegung der Reihenfolge der Kandidaten auf der Liste. Auf dieser Liste dürfen stets fünf Namen mehr stehen, als es Sitze im Ortschaftsrat gibt. Abgabeschluss für die Bewerbungen ist der 31. März. Die neuen Stadt- und Ortschaftsräte werden fu¨r die Dauer von fu¨nf Jahren in das Ehrenamt gewählt.

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