Ihleburg l Nun wurde aber erst einmal Ihleburg aufgefordert, den SPD-Stadträten zu erklären, wo der Schuh drückt, wie Jerkowski formulierte. Damit wurde nicht lange hinter dem Berg gehalten, vorrangig von Gerd Ernst, Ortschaftsrat und gleichzeitig Vize-Ortsbürgermeister. Er fuhr sofort "starken Tobak" auf. Fast schon mit erregter Stimme warf er Bürgermeister Jörg Rehbaum vor, der an dem Tag dienstlich auf Reisen war, dass er in seiner bisherigen Amtszeit "noch nie den Weg nach Ihleburg zum Ortschaftsrat gefunden" habe. Kategorisch gab er der SPD-Fraktion mit auf den Weg, dem Stadtoberhaupt mitzuteilen, dass Ernst erwarte, baldmöglichst Rehbaum zu einer Gesprächsrunde im Ihleburger Gemeindehaus sehen zu können.

"Die Stadt knickt ein"

Der zweite Schuss des stellvertretenden Ortsbürgermeisters ging gegen die Arbeitsweise der Stadtverwaltung und auch des Stadtrates los. "Zum Beispiel die Beschilderung mit Parkverboten in der Mühlenstraße. Wir als Ortschaftsrat stimmten dafür. Die Stadt knickt aber ein und lässt die Schilder wieder entfernen. Warum muss die Stadtverwaltung klein beigeben, wenn Anwohnern es nicht gefällt, dass vor ihren Haustüren Parkverbot eingerichtet wird? Wir haben uns bei dem Verbot doch etwas gedacht", mussten sich Jerkowski und die anderen Fraktionsmitglieder anhören. Eine ähnliche Verfahrensweise soll es im Neuen Breiten Weg gegeben haben, ergänzte Gerd Ernst. Pauschal urteilte er abschließend, dass "wir im Ortschaftsrat beschließen können, was wir wollen, der Stadtrat und die Verwaltung kippen den Beschluss sowieso".

Da wusste nun der Fraktionsvorsitzende einzuhaken: "Wir ignorieren keineswegs Ortschaftsratsbeschlüsse, nehmen sie ernst und beziehen die örtlichen Auffassungen zu Problemen in unseren Entscheid ein."

Was den Vorwurf betrifft, dass die Stadtverwaltung die Parkverbotsschilder wieder entfernt haben soll, wolle die Fraktion in Burg nachfragen und klären. Gleichzeitig machte Jerkowski aufmerksam, dass über die Anbringung von Verkehrsschildern jeglicher Art nicht die Verwaltung bestimmt, sondern die übergeordnete Verkehrsbehörde.

Weiteres Thema des Konsultationsabends war das leidige Problem des DSL-Anschlusses (schnelles Internet) für Ihleburg. Heftig in der Kritik stand erneut das Magdeburger Unternehmen, das den Zuschlag für die DSL-Installation in den Burger Ortschaften bekommen hatte. "Eine Geschichte ohne Ende, die interessierte Ihleburger nicht mehr kapieren. Wie kann es sein, dass von rund 20 bisherigen Interessenten acht mehr als einmal dringend nachfragen mussten, wann denn die Magdeburger endlich die Anschlüsse legen - und von dort nicht mehr als tröstende Worte kommen", fühlte sich nicht nur Ortschaftsrat Ralf Huchel am Ende des Lateins. In Parchau, Schartau und Ihleburg seien doch längst Kabel verlegt und trotzdem passiert nichts, fügte Ortschaftsrat Enrico Brüning hinzu.

"Kita ist unverzichtbar"

Ein nächstes wichtiges Thema für Ihleburg ist der Erhalt der Kindertagesstätte. Sie sei für Ihleburg unverzichtbar. Wäre sie verschwunden, hätte das Dorf einen herben Verlust, wurde vom Ortschaftsrat den Gästen klar gemacht. Die Mahnung war aus dessen Sicht notwendig, da immer wieder die Diskussion hochkommt, die Kita wegen mangelnder Wirtschaftlichkeit zu schließen.

Ortsbürgermeister Josef Woska: "Das trifft für unsere Kindertagesstätte absolut nicht zu. Zum einen haben wir schon Kinder aus Parchau aufgenommen, da dort die Kita ausgelastet ist, und zum anderen vertreten sich im Krankheits- und Urlaubsfall Mitarbeiterinnen gegenseitig."